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The Day Is My Enemy

Karten auf den Tisch. Wenn The Prodigy ein neues Album auf den Markt donnern, dann stellt sich nur eine Frage: Herrscht der gewohnte Elektro-Bürgerkrieg in Hirn und Gehörgang? Um also die wichtigste Frage direkt zu beantworten, JA. Es ist nicht die feine britische Art, aber so kennt und schätzt man die Herren von der Insel schließlich. Eingefleischte Fans benötigen unter Umständen zwei, drei Songs bis der richtige Zugang gefunden ist, aber dann geht´s vorwärts und zwar in ganz großen basslastigen Schüben.

The Prodigy machen Musik um richtig durchzudrehen, und mit Titeln wie ‚Ibiza feat Sleaford Mods‘ oder ‚Rok-Weiler‘ gelingt das prächtig. Wer sich anstrengt kann bei ‚Wilf Frontier‘ ein bisschen von ‚Omen‘ wieder erkennen. Verständlicherweise eignet sich die Scheibe nicht für den Nachmittags-Kaffee bei Omi, das ist Musik fürs Wochenende.

Über Lyrics zu sprechen macht in dem Fall natürlich ebenso viel Sinn, wie in ‚How Much Is The Fish‘ nach einer Zäsur hinter der dritten Hebung des Jambus zu suchen. Eigenen Angaben zufolge ist ‚The Day Is My Enemy‘ der bis dato härteste Stoff aus der Feder der Briten. Kommt hin. Über 16 Millionen Alben haben Liam Howlett, Keith Flint und Maxim im Laufe ihrer Bandgeschichte unter die Leute gebracht. Kein Wunder, denn niemand versteht es so gut, elektronischer Musik eine gleichwertig punkige Note zu verpassen. Und so ist auch das aktuelle Werk: Voll auf die Zwölf!

TITO & TARANTULA gehen auf Tour und bringen gleich zwei Alben mit

Man könnte sagen „Der Sommer ist gerettet“. Denn nichts passt so gut zu sengender Hitze wie der lässige Wüstenrock der Kultband Tito & Tarantula. Es gibt sogar gleich dreifachen Grund zur Freude, denn nicht genug damit, dass die Band (fast) in Originalbesetzung durch die Bundesrepublik zieht, nein, es gibt auch direkt noch zwei (!) Alben…

THE DARKNESS veröffentlichen neuen Track aus dem kommenden Album

Die britische Kombo The Darkness rund um den bunten Singvogel Justin Hawkins bringt im Juni ihr neues Album ‚Last Of Our Kind‘ an den Start. Als kleinen Vorgeschmack gibt es vorab schonmal den Song ‚Open Fire‚ zu hören. Die energiegeladene Nummer dürfte den Fans der Glam-angehauchten Rockszene wohl das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, auch…

Claim

Würde es bei dieser Kritik einzig und allein um die musikalische Qualität von Jesper Munk gehen, dann wäre ihm eine glatte 1 nicht zu nehmen. Eineinhalb Jahre nach seinem Debüt hat der Deutsch-Däne jetzt sein Album ‚Claim‘ in die Regale stellen lassen. Eine Vergangenheit als Straßenmusiker lasst sich darauf ebenso wenig wegdiskutieren, wie die Blues-Wurzeln des 22-Jährigen. Die Musik ist unverfälscht, unmittelbar und intensiv, wie kaum ein anderes zeitgenössisches Erzeugnis, abgesehen von irischem Whiskey vielleicht.

Die instrumentale Seite tritt angenehm hinter der Stimme des Ausnahmetalents zurück, mit der Jesper Munk auf jeder Tonlage deutlich und treffsicher an vorderster Front brilliert. Für den Bluesrock könnte er die gefeierte Entdeckung werden, die Amy Winehouse für den Soul war. Einzig ein gleichermaßen frühes Ende wünschen wir dem 22-Jährigen nicht. Ein äußerst feines Gefühl für Rhythmus rundet die Performance ab. Soweit also zum musikalischen Sahnestück.

Betrachten wir das Album jedoch als ganzes, lässt sich ein wenig verschenktes Potential erkennen. Versprechen der Opener ‚Courage For Love‘ und Nummern wie ‚Smalltalk Gentleman‘ noch eine Coolness, die man kaum in Worte fassen kann, bricht die Tracklist zwischenzeitlich mit einigen lahmen Enten ein. Das bringt leider einen Stimmungseinbruch mit sich, als ob der DJ nach ‚Hyper Hyper‘ das ‚Ave Maria‘ einlegt. Wenn Jesper Munk dem geneigten Hörer erstmal um die Ohren schlägt was er drauf hat, dann müssen doch solche Schnitzer wie ‚Soliders Of Words‘ nicht sein.

Verschenktes Potential ist aber dennoch Potential und ‚Claim‘ ist schließlich erst die zweite Veröffentlichung des jungen Künstlers. Insofern lässt er sich selbst die Möglichkeit zur Steigerung, und das ist ja einen optimistischen Blick in die Zukunft wert. Ob man einem 22-Jährigen jetzt Glauben schenkt, wenn er über Frauen, inneres Zerwürfnis, Kokain und Schnaps singt, kann jeder für sich selbst entscheiden. Älter wird er ja von alleine und dass die Jugend heutzutage recht frühreif ist, sagen die Alten ja schon immer. Der Stimme merkt man die wenigen Winter jedenfalls nicht an. Die treffendste Beschreibung für Künstler und Album wäre: etwas sehr Besonderes.

THE PRODIGY – Direkt mit zweitem Clip nachgelegt

Ups, das ging ja schnell. Es kann einem vorkommen, als wäre es gestern gewesen, dass The Prodigy ein neues Album angekündigt und den Clip zur ersten Single ‚Nasty‘ veröffentlicht haben. Gerade mal zwei Wochen später legen die Elektro-Herren den Song ‚The Day Is My Enemy‘ mit zugehöriger visueller Untermalung nach. Das gleichnamige Album soll am…

TITO LARRIVA – Die Kultfigur bringt alte Kumpels mit

Wer die Filmszene kennt, in der Salma Hayek lasziv mit einer Schlange um den Hals über die Tische eines schäbigen Nachtclubs tänzelt, der wird sich auch an den Soundtrack dazu erinnern. Mit dem Song ‚After Dark‘ und dem Auftritt in Robert Rodriguez´ Kultfilm From Dusk Till Dawn hat sich der sympathische Mexikaner Tito Larriva mit…

JESPER MUNK – Alles neu: Album, Tourdaten, Video

Staubige Wüste, alter Mustang, Flaschenbier und Feinrip-Unterhemd – so lässt sich der neue Clip von Jesper Munk rein optisch beschreiben. Der Bluesrock-Bursche hat zu dem Song ‚Courage For Love‘ aus dem neuen Album ‚Claim‘ (VÖ: 06.03.2015) ein wirklich passendes Video gezimmert. Der staubige Look passt perfekt zur kratzig-rauen Stimme des 22-jährigen Genre-Juniors. Dieses Jahr beehrt…

Fünf Fragen an Hide The Knives

Wenn es Glen Gilbert nicht gäbe, dann hätten wir die Platte ‚Silence The Youth‘ vermutlich nie zu hören bekommen. Doch der Frontmann hat es nach einer Auflösung der Band im Jahr 2009 geschafft, eine neue Truppe um sich zu scharen. Uns hat der sympathische Bandleader einige Fragen beantwortet.

Silence The Youth

Alle, die damals den Debüterfolg von Hide The Knives mit Freude verfolgt haben, stürzen seit 2010 möglicherweise in ein tiefes Loch. Denn so schön und schnell der Erfolg kam, so schnell war es auch schon wieder vorbei, als alle Mitglieder bis auf den Sänger Glen Gilbert sich gegen eine Weiterführung der musikalischen Karriere – zumindest in dieser Form – entschieden hatten.

In neuer Besetzung haben die schwedischen Rocker jetzt ein Album auf den Markt gebracht, dass wunderbar in die düsteren November-Tage passt.

‚Silence The Youth‘ ist alles in allem ein melancholisches Werk, dass sich jedoch nicht ohne Weiteres auf diesen Aspekt reduzieren lässt. Als Einflüsse werden Kollegen wie die Queens Of The Stone Age oder Nirvana genannt – und da kann man schon ein Stück weit zustimmen.

Die Basis der Platte liefert solide handgemachte Rockmusik, die aber über die Tracks verteilt mit zahlreichen Kunstgriffen bereichert wird, und somit
keine Langeweile aufkommen dürfte. Mit einer durchschnittlichen Song-Länge von etwa 3:30 Minuten und insgesamt zehn Liedern bleibt für
Langeweile ja aber ohnehin nicht allzu viel Zeit.

Insgesamt liefern die (neuen) Hide The Knives ein sehr rundes und recht düsteres Rockalbum ab, das sich durch die Bank auf einem guten Level bewegt und keine Ausreißer nach oben oder unten beschert.