Let the World Burn (EP)

Darauf hat die Thrash-Szene lange gewartet. VIO-LENCE sind nach 29 Jahren mit neuer Musik zurück! Die in der San-Francisco-Bay-Area 1985 gegründete Band hat bislang drei Studioalben veröffentlicht. Das bisher letzte davon kam im Jahr 1993 heraus. Danach wurde es ruhig um die US-Amerikaner. Zwar gab es nach der Jahrtausendwende ein kurzes Comeback, aber neue Songs entstanden nicht. Nun möchte die Band wieder durchstarten. Das könnte auch daran liegen, dass Gitarrist und Songwriter Phil Demmel 2019 bei Machine Head ausgestiegen ist. Allerdings legen VIO-LENCE nicht gleich mit einem neuen Longplayer los, sondern zunächst mit einer EP namens „Let the World Burn“ (Metal Blade).

Doch wie klingen VIO-LENCE im Jahr 2022? Die Antwort ist einfach: Nicht viel anders in den 1980er Jahren. Phil Demmel hatte angekündigt, dass er richtig Lust hat, wieder typischen Old-School-Thrash-Metal im Stil der 80er Jahre zu schreiben. Gesagt, getan: Der Opener „Flesh frome Bone“ ist rau und schnell, wie es sich Thrash-Fans wünschen dürften. Gleiches gilt ebenso für die anderen Tracks auf „Let the World Burn“. Lediglich „Upon Their Cross“ kommt etwas langsamer, aber immer noch mit genug Wucht daher.

Trotz dieser Ausrichtung ballern VIO-LENCE nicht einfach drauf los. Die Songstrukturen wirken durchdacht. Tempowechsel und ein Spiel mit der Dynamik verpassen den Songs Tiefe und heben sie vom 08/15-Thrash-Metal ab. Natürlich passen ebenso die Soli wie die Faust aufs Auge. Es wird deutlich, welch guter Gitarrist und Songwriter Phil Demmel ist.

Mit „Let the World Burn“ machen VIO-LENCE alles richtig und liefern exakt das ab, was von ihnen erwartet wird. Die Vorfreude auf die geplanten Konzerte wird gesteigert. Es wird jedoch spannend zu sehen sein, ob die Gruppe längerfristige Begeisterung entfachen kann oder ob es nur ein Strohfeuer ist, mit der sie die Welt in Brand setzen wollen.

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Dominik

Groß geworden mit Punkrock und Power-Metal, weiterentwickelt mit Alternative und Thrash-Metal, erwachsen geworden mit ein bisschen Progressive-Metal. Und dennoch bleiben die All-Time-Favorites klassisch: Bad Religion, Die Toten Hosen, Machine Head, Iron Maiden, Blind Guardian, Faith No More.... und aus unerfindlichen Gründen mit einer heimlichen Zuneigung zu J.B.O. 

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