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Keverra

Keverra Cover

Dieses Jahr hat schon große Highlights im Bereich Doom, Sludge und Stoner gesehen: Göden, Temple Of Void, Frayle und jetzt brechen Keverra die nächste schwere Tür nieder. Das Trio aus LA ist ganz vom alten Schlag, Routiniers in Sachen kriechendem Lärm. So klingt ihr selbstbetiteltes Debütalbum (Seeing Red Records) wie aus einer längst vergangenen Zeit, roh, düster, eigenständig und zutiefst verzweifelt.

Mit Melodien haben sie es nicht so besonders, dafür mit noisig-kreischenden Vocals und einem hölzernen wie scheppernden und hallenden Sound, wie er in diesem Subgenre gepflegt wird. Die knapp 40 Minuten geben einem das Gefühl, bei den live-haftigen Aufnahmen dabei zu sein. Das Trommelfell vibriert, die Klamotten flattern, die Gesichtszügen schlackern – die zehn Songs sind physisch erlebbar, sobald der Lautstärkeregler auf elf steht. Keverra holen jeden Dezibel Lärm aus ihren Instrumenten heraus und feiern damit eine Orgie aus massiven Schallwellen. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in der Szene, wissen sie aber wie sie ihr Getöse anreichern, variieren und Niveau verleihen.

Keverra kreieren nicht nur fetten, rockigen Sludge, sondern sie lassen ihn Leben, wie eine eigene Wesenheit, die sich vor Schmerz und Verzweiflung windet. Gekonnt kombinieren sie die klassischen Versatzstücke, wie einen walzenden bis holprigen Rhythmus, kehlig verzerrten Gesang, schwere Riffs, ruhige Momente und eine hypnotische Atmosphäre. Die zehn Songs wirken auf einen wie schweißtreibende Arbeit. Während einen die Musik gefangen nimmt, wünscht man sich gar nicht erst, dass der Tunnel je zum Licht führt. Die Dunkelheit lebt in einem, wird Teil von einem. Zeit, lädt ein, sich ihr ganz hinzugeben und in ganzen Zügen zu genießen.

Keverra machen Musik für kleine, versiffte, stinkende Clubs, in denen sich Einfachheit, Leidenschaft und Ehrlichkeit die Hände reichen. Keverras Debütalbum ist so authentisch wie ein Dosenbier in der einen und eine Kippe in der anderen Hand. Keverra muss laut gehört werden. Volume up!

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