Raw Power

Inferno

Raw Power gehören seit der Bandgründung 1981 zu den Urgesteinen der Europäischen Hardcore-Szene und sind immer noch einer der Eckpfeiler der Italienischen Untergrund-Szene, die sie Anfang der 80er Jahre zusammen mit klassischen Bands wir Upset Noise, Wretched Ones und Negazione begründeten. Wie alle Hardcore-Bands haben auch Raw Power ihre Metal-Phase gehabt und zum Millenium-Wechsel hinter sich gebracht, um sich wieder der reinen Lehre des Hardcores zuzuwenden. Seitdem ist die Band um Gründer und Sänger Mauro ein Aktivposten und weltweit unterwegs.

Mit „Inferno“ präsentiert das Quartett aus Reggio Emilia ihr elftes Studioalbum, das zwar nicht mehr viel mit dem wilden Hardcore vom Klassiker „You Are The Victim“ zu tun hat, aber immer noch eine gehörige Portion Energie, Wut und Message freisetzt. Mit ihrer Meinung hielten Raw Power noch nie hinter dem Berg und streuen immer noch Salz in die Wunden des korrupten Italiens. Musikalisch wissen sie ebenfalls noch, wo das Gaspedal ist und wie man es effektiv verwendet – es gnadenlos durchzutreten. Gleich mit dem Opener ‚Look The Other Way‘ fertigen Mauro und Co. die Apathie um das korrupte System in ihrem Heimatland ab. Mauros wütend-heiseres Organ ist inzwischen ein typisches Markenzeichen der Band geworden. 15 Songs in 29 Minuten sprechen dafür, dass die Lieder direkt zum Kern kommen und ohne tumbe Mosh-Parts oder unnötige Solos auskommen. Der herrlich unmetallischer Sound lässt die Songs noch mehr reinknallen.

Mit dem Alter kommt bekanntlich die Weisheit, in diesem Fall, dass die Italienische Sprache absolut Hardcore-kompatibel ist. Noch nie zuvor hat sich die Band das getraut. Passt aber! „Inferno“ ist im wörtlichen Sinn ein waschechtes Hardcore-Inferno geworden. Irgendwo zwischen der Alten und Neuen Schule des Hardcores haben Raw Power ihren Platz gefunden und bleiben einer der wichtigsten Hardcore-Bands der Alten Welt. Hardcore ist keine Frage des Alters, sondern der Einstellung. Und von der haben Raw Power mehr als genug.

(geschrieben von Kristian Habermann)

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