Hurra, wie leben noch! – Andre’s Jahresrückblick

Es ist Zeit für meinen Jahresrückblick. Nicht so einfach, da die Lowlights aufgrund der anhaltenden Situation deutlich überwiegen. Als leidenschaftlicher Festivalgänger und Fotograf wurde ich überwiegend zum Nichtstun verdonnert. Dennoch gab es den ein oder anderen Lichtblick in diesem Jahr.

Newcomer
Schaut man sich mein Redakteursprofil an, wird schnell klar, welche Musik ich in der Regel bevorzuge. Das schöne an meiner Arbeit als Redakteur ist, dass ich den berühmten Blick über den Tellerrand werfen kann. Es tauchen immer mal Bands auf, die nicht in die passende Schublade einzuordnen sind. SETYØURSAILS kenne ich eigentlich schon länger. Ich habe die Kölner Metalcore-Band bereits auf dem Reload-Festival 2019 gesehen. In diesem Jahr konnte die Band bei Napalm Records einen Plattenvertrag unterschreiben, und am 21. Januar erscheint endlich Ihr Debütalbum „Nightfall“. Die ersten beiden Singles kingen schon mal sehr vielversprechend. Eine Tour mit Annisokay ist für die ersten Monate des kommenden Jahres geplant und ich freue mich wie ein Schnitzel auf das Konzert in Nürnberg. Wenn da nur nicht wieder dieses C-Wort über allem schweben würde…

 

Interviews und Podcast
Premiere für mich bei Whiskey-Soda. Ich konnte meine ersten Interviews führen. Ein kurzweiliges Gespräch mit Falk Maria Schlegel, Organist bei Powerwolf hat Einzug in unsere neue Podcast-Rubrik gehalten. In loser Reihenfolge quatschen wir Redakteure über Dinge aus der Musikwelt. Dass es auch mal zu kontroversen Diskussionen kommt, beweist die Folge zum aktuellen Iron Maiden-Album. Dominiks Interview mit Michael Weikath, Gitarrist von Helloween ist ebenfalls sehr hörenswert.  Für WS-TV konnte ich ein sehr offenes Interview mit Sängerin Jules und Schlagzeuger Andre von meiner Newcomer-Entdeckung SETYØURSAILS führen.

 

Immer wieder Thundermother
Auch in diesem Jahr wieder unter meinen Highlights zu finden. Thundermother hat in meiner Heimat gespielt und ich konnte meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Als Knipser und Schreiber hatte ich endlich wieder die Gelegenheit, ein Konzert zu besuchen. Die Damen aus Schweden sind nach wie vor unglaublich. Sie lassen sich von keiner Pandemie unterkriegen und nutzen wirkliche jede kleine Lücke, um vor Publikum zu spielen. Ob es sich um 50, 500 oder gar 5000 Zuschauer handelt, ist dabei absolut nebensächlich. „AC/DC´s Enkel“ haben einen Besetzungswechsel am Bass genau so gut verkraftet wie die ein oder andere Krankheit der Protagonisten.

 

Hopp Schwyz
Als schreibender Knipser (oder knipsender Schreiber?) nimmt man einiges auf sich, um in der schweren Zeit wieder etwas Festival-Feeling zu erleben. Als Chefredakteur Daniel fragte, ob ich das „Meh Suff!“-Festival in der Schweiz besuchen möchte, gab es kein langes überlegen für mich. Die Einreiseformalitäten waren schnell erledigt und ich konnte ein Festival erleben, wie ich es lange nicht für möglich gehalten habe. Okay, nicht jede Band hat meinen Geschmack getroffen. Dennoch habe ich die zwei Tage auf dem Hüttikerberg sehr genossen. Meine Nachlese findet Ihr hier. Leider konnte mich unsere Fotografin Mariana nicht begleiten. Aber Kopf hoch Nana! Es kommen ganz bestimmt wieder bessere Zeiten 🙂

 

Einmal Schweiz ist keinmal. So zog es mich wenige Wochen nach oben genannten Festival wieder in die Schweiz. Das Ziel war diesmal als erstes die Couch von unserem Chefredakteur. Endlich hatte ich mal die Gelegenheit, Daniel live und in Farbe kennen zu lernen. Was soll ich sagen? Der Typ ist einfach klasse! Wir hatte eine Menge Spaß. Auch auf diesem Weg noch einmal vielen Dank für die herzliche Gastfreundschaft. Aber ich bin ja nicht nur zum qutschen und pennen zum Bodensee gefahren. Das eigentliche Ziel war das „ATTACK:NOW“-Festival in Frauenfeld. Ein kleines, sehr symphatisches Indoor-Festival über zwei Tage. Da Daniel die Schreibarbeit übernahm, konnte ich mich voll und ganz aufs fotografieren konzentrieren. Mit vielen Freiheiten und wenig Licht vergingen die beiden Tage wie im Flug. Daniels Review gibt es noch mal hier zum nachlesen.

 

Schock in der Warteschlange
Ein weiteres Highlight für mich hat rein gar nichts mit Whiskey-Soda zu tun. Dennoch halte ich das „Keep It True Rising“-Festival aufgrund der besonderen Umstände für erwähnenswert. Als Datum, Ort und Billing der Veranstaltung veröffentlicht wurden, gab es kein langes Überlegen. Flux waren 5 Tix für Teile meiner „Rasselbande“ gekauft. Während wir Freitags in der Schlange an der Würzburger Posthalle stehen, postet meine Frau einen Screenshot von Söder, der aufgrund der steigenden Zahlen wieder alles dicht machen möchte in Bayern. Natürlich kommt die Befürchtung auf, dass der bayerische Ministerpräsident himself die Crowd aus der Halle wirft und die Posthalle abschliesst. Diese Angst war jedoch unbegründet und wir können das „KIT Rising“ geniessen. Veranstalter Oli Weinsheimer hat mit seinem 2G+-Konzept vieles richtig gemacht und so konnten wir zwei geile Tage mit Bands wie Atlantean Kodex, Megaton Sword und Blind Guardian erleben. Soweit ich weiss, gab es auf dem Festival keine Coronafälle.

Das Jahr hat uns wieder einmal gezeigt, dass es ausserhalb „unseres“ Universums wichtigere Dinge als die Musik gibt. Leben und Gesundheit ist durch nichts zu ersetzen. Hoffen wir also, dass wir weiterhin gesund bleiben und die Pandemie doch irgendwann besiegt werden kann.

Photo Credit: Andre Schnittker

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