Crisis of Faith

In Deutschland sind Billy Talent immer noch eine große Nummer. Sicherlich ist der Hype des Jahres 2006 mit Singles wie „Reg Flag“ oder „Devil in a Midnight Mess“ längst vorbei und der Fokus der Öffentlichkeit liegt woanders. Trotzdem stiegen die letzten beiden Alben „Dead Silence“ von 2012 sowie „Afraid of Heights“ von 2016 auf Platz 1 der deutschen Albumcharts. Es ist also gut möglich, dass auch ihr neuestes Werk „Crisis of Faith“ (Warner Music) ebenfalls ganz vorne landen wird. Nach wie vor ist das Quartett dabei als Quintett unterwegs. Denn aufgrund seiner Erkrankung an Multipler Sklerose konnte Schlagzeuger Aaron Solowoniuk die Aufnahmen nicht übernehmen und wurde durch Jordan Hastings von Alexisonfire ersetzt.

Billy Talent beginnen „Crisis of Faith” überraschend: “Forgiveness I + II” ist ein über sechs Minuten langer Track, der eigentlich auch gut zwei Lieder sein könnte. Denn während er mit dem typischen Sound der Kanadier beginnt, wird die zweite Hälfte deutlich ruhiger und enthält einige Saxofoneinsätze. Es kommt fast ein bisschen Lounge-Jazz-Stimmung auf. Nach dieser kurzen Phase der Neuheiten geht es zurück auf gewohntes Terrain. „Reckless Paradise“ und „I Beg to Differ (This Will Get Better)” sind groovige Kracher, die Freude bereiten. Es stellt sich sofort das jugendliche Gefühl der „Billy Talent II“ ein.

Anschließend entführen „The Wolf“ und „Reactor“ die Zuhörenden in ruhigere Gefilde, bevor mit „Judged“ ein mit 1:40 kurzer und direkter Punkrocksong folgt. Anschließend kehren Billy Talent ihre poppige Seite hervor. Vor allem die Melodien von „One Less Problem“ und „Hanging Out with All the Wrong“ wissen zu gefallen. Besonders erwähnenswert ist. „End of Me“. Nachdem Gitarrist Ian D’Sa das Stück geschrieben hatte, stellte er fest, dass ihn an Weezer erinnerte. Darum fragte die Band einfach mal bei ihren US-amerikanischen Kollegen für eine Kooperation an. Deren Sänger Rivers Cumo hatte direkt Interesse und steuerte einen Gesangspart hinzu.

Mit „Crisis of Faith” gelingt Billy Talent ein runder Longplayer, der die typischen Trademarks der Band beinhaltet. Müsste das Album in einer Gesamtwerkschau eingeordnet werden, stößt man schnell auf eine Mischung aus den rockigen Parts von „Billy Talent II“ und den ab „Billy Talent III“ vorhandenen poppigen Einschlägen, von denen letztere überwiegen.

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Dominik

Groß geworden mit Punkrock und Power-Metal, weiterentwickelt mit Alternative und Thrash-Metal, erwachsen geworden mit ein bisschen Progressive-Metal. Und dennoch bleiben die All-Time-Favorites klassisch: Bad Religion, Die Toten Hosen, Machine Head, Iron Maiden, Blind Guardian, Faith No More.... und aus unerfindlichen Gründen mit einer heimlichen Zuneigung zu J.B.O. 

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