Tim Vantol

Better Days

  • Artist: Tim Vantol
  • Album: Better Days
  • Label:
  • Release: 2020-05-22
  • Medium:
  • Bewertung:1

„Better Days“ (Eminor Seven) lautet der für die aktuelle Zeit vielsagende Titel des vierten Tim-Vantol-Albums. Mittlerweile sind seit „Burning Desires“ drei Jahre vergangen und es kann in Zeiten der Corona-Pandemie nicht verleugnet werden, dass der Wunsch nach besseren Tagen in den meisten brennt.

Doch die Corona-Krise ist nicht der Hintergrund für „Better Days“, obwohl es bei dem Titel vermutet werden könnte. Zwar gibt Tim Vantol selbst zu, dass es möglich ist, die Lieder in diese Richtung zu deuten. Die Aufnahmen fanden allerdings bereits im Januar statt, also zu einem Zeitpunkt, an dem Corona in Europa noch kein großes Thema war.

Stattdessen geht es auf dem Album um den Kampf des Singer-/Songwriters gegen seine Depression und die inneren Dämonen. Nachdem er diese jahrelang geheim gehalten hatte, stellte er fest, dass er etwas gegen die Krankheit tun muss, um glücklich zu sein. Dass das Vorhaben nicht leicht war, schildert er in „Not Today”:

„I’m going to make it, but not today”.

Doch selbst nachdem die Depression in Angriff genommen worden ist, war es nicht immer einfach. Tim Vantol merkte, dass häufig Kopf und Herz unterschiedliche Auffassungen haben und man auch einfach mal aufs Herz hören sollte:

„You can’t steal a heart when it’s already been stolen // so fix the one you’ve got and make sure // when you’ve got the heart, just listen and follow // fight or swallow and leave the one you’re not”,

heißt es in „You Will Never”.

Natürlich geht es in den Lyrics nicht nur um die Depression. Die erste Single „5 Inch Screen“ widmet sich beispielsweise dem Umgang mit sozialen Medien. Die Texte sind jedoch so offen gestaltet, dass häufig auch andere Interpretationen möglich sind.

Trotz der ernsten Thematik ist es überraschend, wie fröhlich die Songs wirken. Vor allem der Titeltrack sowie „You Will Never“ verbreiten als UpTempo-Nummer mit Folk-Einschlag gute Laune. Es werden aber auch andere musikalische Stilrichtungen bemüht. Während „Tell Them“ und „Not Today“ poppig daherkommen, sind „No More“ und „5 Inch Screen“ eher rockig gehalten und besitzen schon für zukünftige Auftritte geplante Mitsingteile. Für die ruhigeren Momente sind schließlich mit „Haven’t You Learned“ und „It’s Gonna Hurt“ auch zwei Balladen vorhanden.

Tim Vantol ist vor der Veröffentlichung von „Better Days“ gewarnt worden, dass das Herausbringen eines neuen Longplayers während Corona möglicherweise schlecht für die Vermarktung und die Verkaufszahlen ist. Er entschied sich gegen die Warnungen. Er vermutete, dass die Menschen nun eigentlich Zeit zum Musik hören haben und er Ihnen mit einer neuen Platte einfach etwas Freude und Ablenkung geben könnte. Dies Vorhaben gelingt ihm wunderbar. Ihm ist anzumerken, dass er seine schweren Tage überwunden und seine eigene Mitte gefunden hat. So wirkt das Album abwechslungsreich, aber auch in sich geschlossen. Es bringt den Musiker Tim Vantol so sehr auf den Punkt, wie bisher keines seiner anderen Releases.

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Dominik

Groß geworden mit Punkrock und Power-Metal, weiterentwickelt mit Alternative und Thrash-Metal, erwachsen geworden mit ein bisschen Progressive-Metal. Und dennoch bleiben die All-Time-Favorites klassisch: Bad Religion, Die Toten Hosen, Machine Head, Iron Maiden, Blind Guardian, Faith No More.... und aus unerfindlichen Gründen mit einer heimlichen Zuneigung zu J.B.O. 

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