RAW

Lange Bärte – damit wären die beiden unvermeidlichen Stichworte für diese Band abgehandelt und wir können mit der Musik weitermachen.

Vor mehr als 50 Jahren gründeten sich in Texas ZZ TOP und bereisen seither die Welt mit ihren Liedern, von denen viele zu Hits geworden. Netflix war die langjährige Karriere der Herren 2019 eine eigene Doku wert, und so wurde „That Little Ol’ Band From Texas“ gedreht, zu der die Truppe zwölf ihrer größten Hits an nur einem einzigen Tag noch einmal, roh und unbehauen, eingespielt hat und jetzt unter dem passenden Titel „RAW“ als Soundtrack vorlegt. Der 2021 verstorbene Bassist Dusty Hill ist hier ein letztes Mal mit seinen Mitstreitern zu hören und natürlich ist die Scheibe dem langjährigen Kollegen gewidmet.

Los geht es mit einer kleinen Absprache über das Tempo, bevor der Blueser „Brown Sugar“ (nein, nicht die aktuell umstrittene Nummer der Rolling Stones) aus den Boxen klingt. Weiter geht es mit „Just Got Paid“, das eingezählt wird und dann nach einem etwas längeren Intro Fahrt aufnimmt. In diesem quasi „Live-im-Studio“-Stil geht es weiter und zahlreiche Klassiker des Trios werden gespielt. Natürlich dürfen „La Grange“, „Gimme All Your Lovin’“ und „Blue Jean Blues“ nicht fehlen. Mit „Tube Snake Boogie“ klingt die Platte nach einer knappen dreiviertel Stunde aus.

Für Liebhaber filigran aufgenommener und massenkompatibel produzierter Radiohits ist „RAW (Originalsoundtrack zu That Little Ol’ Band From Texas)“ definitiv nichts. Eigentlich muss man diese Platte im direkten Vergleich mit den Originalaufnahmen anhören, um die Rohheit und die Entwicklung über mitunter 50 Jahre Songleben zu vergleichen. Für Liebhaber und langjährige Begleiter der drei Männer sind diese Neueinspielungen unverzichtbar und ein schönes Andenken an Mr. Hill.

 

Note 1-

 

Nachtrag zur Dokumentation:

Aktuell (Stand 07/22) ist der Film nicht beim produzierenden Anbieter Netflix zu finden, dafür als Kauf-Version bei Amazon und Apple TV.

 

 

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Wollo

Altenpfleger mit didaktischer Weiterbildung. Hört Rockmusik aus verschiedenen Genres und bis zu einem gewissen Härtegrad aus allen Jahrzehnten, hin und wieder auch eher ruhigere Singer/Songwriter. Geht oft auf Konzerte, aber leider nur noch selten auf Festivals. 

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