Ride

Walter Trout ist mittlerweile 71 Jahre alt und seit über 50 Jahren als Gitarrist und Sänger auf den Bühnen dieser Welt zu finden. Er begleitete Legenden wie John Lee Hooker oder John Mayall, war Mitglied bei Canned Heat und ist seit Ende der 80er unter eigenem Namen aktiv. Gleichzeitig ist er Förderer junger Talente. So hat er Künstlern wie Danny Bryant oder Scott McKeon den Weg geebnet, indem er sie bei seinen Shows im Vorprogramm spielen ließ. Beinahe wäre die Karriere und das Leben des Musikers jäh geendet: Durch eine schwere Lebererkrankung 2014 wäre Trout fast gestorben, da seine Versicherung die Therapie nicht zahlen wollte. Nur Dank einer großen Spendenaktion konnte er ein neues Organ erhalten und nach einer Reha-Phase weitermachen. Nun legt er -gesund und munter- mit „Ride“ eine neue Platte vor.

Ein knackiges Riff und im Hintergrund eine Blues Harp legen das Fundament für den Opener „Ghost“. Ziemlich genau in der Halbzeit gibt es das erste, von noch vielen weiteren folgenden, versierte Gitarrensolo. „Ride“ ist ein Blues-Rocker im Mid-Tempo, bei dem -und das ist für das gesamte Album eher ungewöhnlich- zumindest zu Beginn die Tasten und nicht die sechs Saiten die musikalische Basis legen. Mit „Follow You Back Home“ und „So Many Sad Goodbyes“ schließen sich zwei ruhigere Nummern an, bevor die Scheibe mit „High Is Low“ wieder Fahrt aufnimmt.

Eine wunderschöne Blues-Ballade entwickelt sich bei „Waiting For The Dawn“ bei der Trout laut vor sich hinleidet: „Theres´s A Shadow On My Heart, And I Feel There´s A Curtain On The Sun“ denn „My Baby´s Gone“ und „This So Hard So Me For Carry On“, begleitet von traurigen Gitarrentönen, lassen die Hörenden die Trauer beinahe hautnah miterleben. Bei „Leave It All Behind“ haben die Bläser ihren großen Einsatz und insgesamt werden ein wenig Erinnerungen an die „Blues Brothers“ wach, einzig der mehrstimmige Gesang fehlt. „Destiny“ lässt die Platte dann am Schluss ganz entspannt ausgleiten.

Am Ende stehen ein Dutzend handwerklich mehr als solide gespielte Blues-Lieder, in einem stetigen Wechsel der Geschwindigkeit. Manchmal wäre ein bisschen mehr Tempo der gesamten Platte zuträglich gewesen, aber das ist hier Jammern auf hohem Niveau. Freunde gut dargebrachter 12-Takt-Klänge und Anhänger von bekannten Namen wie Eric Clapton, Alvin Lee oder Joe Bonamassa können hier bedenkenlos zugreifen und sich auf knapp 60 abwechslungsreiche Minuten freuen.

 

Note: 2 –

 

Tour Daten

08.07. Torgau, Bastion Festival

23.07. Winterbach, Zeltspektakel – Magic Blues Night

18.08. Leverkusen, Schloß Morsbroich

20.08. Waffenrod, Woodstock Forever Festival 

05.10. Hamburg-Schenfeld, Jucks

06.10. Hannover-Isernhagen, Bluesgarage

07.10. Dillingen/Saar, Lokschuppen

08.10. Köln, Stollwerck, Blues Alive Festival 2

11.10. Aschaffenburg, Colos Saal

13.10. Münster, Jovel

14.10. Erfurt, Gewerkschaftshaus

15.10. Kaiserslautern, International Kammgarn Bluesfestival

16.10. Berlin, Kesselhaus

19.10. Karlsruhe, Tollhaus

20.10. Worpswede, Musichall

24.10. Bochum, Zeche

 

Tickets gibt es hier.


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Wollo

Altenpfleger mit didaktischer Weiterbildung. Hört Rockmusik aus verschiedenen Genres und bis zu einem gewissen Härtegrad aus allen Jahrzehnten, hin und wieder auch eher ruhigere Singer/Songwriter. Geht oft auf Konzerte, aber leider nur noch selten auf Festivals. 

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