The Real McKenzies

Two Devils Will Talk

  • Artist: The Real McKenzies
  • Album: Two Devils Will Talk
  • Label: Fat Wreck Chords
  • Release: 2017-03-03
  • Medium:
  • Bewertung:2-

Schenkt man den Worten von Paul McKenzie höchstselbst Glauben, dann kommen auf jedes der 25 Bandjahre durchschnittlich vier Musiker, die jemals schon Teil von The Real McKenzies waren. Es bleibt sein Geheimnis, ob er eine Erwähnung im Guinnes-Buch anstrebt, immer auf der Suche nach neuen Freunden ist oder aber das ununterbrochene Touren schlicht seinen Tribut an Bandmitgliedern zollt. Immerhin hat Paul McKenzie Energie und Inspiration genug für eine ganze unstete Band und schickt mit schöner Regelmäßigkeit ein Album nach dem anderen raus.

Zum Vierteljahrhundert heißt das nun ‚Two Devils Will Talk‘ und tatsächlich ist die Platte auf ihre Art zwiegespalten. Zunächst scheint es so, als hätte sich das Konzept Celtic Punk langsam wirklich mal erschöpft. Wen sollte das nach so langer Zeit und zehn Alben auch überraschen? Gesetzter Midtempo-Punkrock eröffnet das Jubiläumsalbum, der das liebgewonnene Real McKenzies-Feeling missen lässt. Da mag offenbar nichts mehr wirklich abgehen; dafür gibt man – sehr sophisticated –
den einzelnen Instrumenten mehr Bühne: einem eindrücklichen Gitarrensolo im Opener ‚Pedals‘, den angenhem rollenden Drums in ‚Drunkards Lament‘.

Aber nein, alles ein Scherz. They’re pulling our legs, und das passt dann wieder treffgenau in das Bild, das wir gemeinhin von The Real McKenzies haben – als feierwütig und immer bestens gelaunt. Letztlich können sie doch nicht an sich halten und legen ab ‚Due West‘, dem Song Nummer drei in gewohntem Tempo inklusive Dudelsack richtig los. Der Fan ist erleichtert: Ihre Pogo-Kracher bekommen Paul McKenzie und seine Mannen immer noch aufs Schönste hin. Altersmilde macht sich da maximal im Sinne von Selbstironie bemerkbar, mit der all die Folkpunk-Kombos zum Teufel geschickt werden.

‚Fuck all these bands‘

shoutet es munter und lässt in der Band-Reihe von Flogging Molly bis Dropkick Murphys die eigene nicht aus. Auch das ist alles andere als ernst gemeint, weswegen wir mit ‚Two Devils Will Talk‘ mal wieder zufrieden sind und den nächsten 25 Jahren mit The Real McKenzies frohen Mutes entgegensehen.

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