The Interrupters – In The Wild

Das Leben kann ein wilde Achterbahn sein, so wissen es Aimee und ihre Interrupters zu berichten. In den 14 Songs auf „In The Wild “ (Hellcat Records) erzählen die Amerikanischen Ska-Punks, wie ihnen das Leben durch nahestehende Menschen schwer bis unerträglich gemacht wurde. Im ersten Moment passen die geschilderten negativen Erfahrungen nicht zum tanzkompatiblen Sound von The Interrupters, da ihre Schlussfolgerung aber Liebe und eine positive Lebenseinstellung sind, ist ihr viertes Album ein Muntermacher, den wir in diesen schwierigen Zeiten gut gebrauchen können.

Punkig, rotzig steigen The Interrupters mit ,Anything Was Better‘ ein. Der hymnische Chorus sorgt gleich zu Beginn für eine positive Grundstimmung. Der Song ist simpel, aber Aimiees Stimme ist rau, melodisch und ehrlich im ersten Teil ihrer Geschichte, in der Flucht die bessere Alternative ist, als es dort zu auszuhalten, wo Schmerzen das tägliche Brot sind. Darauf folgt eine Ode an den Ska der alten Schule, locker, lässig, cool und mit Unterstützung von Ziehvater Tim Armstrong. Mit dem inhaltlich traurigen, aber musikalisch melodischen ,Raised By Wolves‘ bitten Aimee und die Bivona Brothers auf die Tanzfläche. Schöne Chöre und ein grooviger Beat laden zum Schwofen ein. Die erste Single ,In The Mirror‘ reflektiert selbstzerstörerisches Verhalten und ist trotzdem ein Ska-Hit voller bejahender Emotionen.

Die Kraft des Positiven Denkens ist in uns allen

Wenn man wählen könnte, wer würde einen ultra coolen Reggae-Song aussuchen, um seine Geschichte voller Versagens zu erzählen. ,Kiss the Ground‘ ist eines der Highlights, die aus dem Gros von verdammt guten Songs herausragt. Vielleicht würde sogar der gute Bob die Hüften schwingen … wer weiß. Nach dem Schunkeln kommt der Pogo, laut und wütend. Here you are ,Jailbird‘. Wer kennt es nicht, immer wieder gegen Widerstände an kämpfen zu müssen, das Don Quixote-Syndrom, … um dann doch Gutes daraus zu ziehen. Der Uptempo-Ska-Punker ,The Hard Way‘ ist für euch. Tränenreich und theatralisch geht es mit ,My Heart‘ weiter. Die Qualität bietet sich nicht nur an, wenn der Abschlussball in die Hose gegangen ist, sondern auch wenn ein geliebter Weggefährte gestorben ist.

Ennio Morricone or what? Nee, ,Let’Em Go‘ ist euphorischer Ska mit einen fetten „Fuck you!“ an alle Arschlöscher, von denen es ja unglaublich viele gibt. ,Worst of Me‘ ist der schwächste Track, aber immer noch ein ordentlicher Punkrocker. Wieder old schooliger geht es mit ,Burdens‘ weiter, bei dem eine Delegation der Hepcats lautstark aushilft. Ein weiterer Team-Effort, in diesem Fall mit The Skints, ist der Reggae-Track ,Love Never Dies‘. Der Titel spricht dabei für sich. Der Groove ebenso. Song Nummer 13 ,Afterthought‘ klingt verdammt nach Social Distortion, was bedeutet, er langweilt ein wenig. Tränenreich mit vielen langgezogenen „Ohhhs“ und ˛Ahhhs“ lassen The Interrupters „In The Wild“ ruhig ausklingen. Nach so viel positiver Energie genau das Richtige.

Punk ist der Ausdruck der Ausgetoßenen

Mit „In The Wild“ zeigen The Interrupters, dass in jeder Scheiße, die einem widerfährt, eine Weiche zum Guten oder Schlechten liegt. Dabei hat das Quartett hat die richtige Ausfahrt gewählt. Sie ist ihrem Sound aus Old School Ska und California Melodic Punk treu geblieben. Album Nummer 4 macht sehr viel Spaß, lässt einen nachdenken und fordert einen zum Tanzen auf ohne den Ernst des Lebens aus den Augen zu verlieren. In allem Dreck ist ein Nugget zu finden, hört nur nicht auf zu suchen.

Bewertung: 1-

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