Brother Firetribe

Sunbound

  • Artist: Brother Firetribe
  • Album: Sunbound
  • Label: Spinefarm
  • Release: 2017-03-24
  • Medium:
  • Bewertung:1-

2017 beginnt für alle Fans von Spätachtziger-Hardrock mit AOR-Einschlag schon mit drei echten Highlights. Neben dem Debüt von Tokyo Motor Fist folgt nämlich endlich das Zweitwerk von Adrenaline Rush – und auch Brother Firetribe legen ihr mittlerweile viertes Studiowerk vor.

Die Band hat für „Sunbound“ (ja, bitte!) dabei eine kleine Kurskorrektur vorgenommen. Die auf den letzten beiden Alben vertretenen, härteren Riffs wurden nämlich zugunsten der pompösen Keyboards, Sequencern und noch größeren Hooklines wieder abgeschafft. Konsequenz des Ganzen: „Sunbound“ ist stilistisch wie qualitativ klar in der Tradition des bandintern ungeschlagenen Debütalbums „Break Out“ anzusiedeln. Heißt, eine hochmelodische Mischung aus „5150“-Ära-Van Halen, „Lap Of Luxury“-Cheap Trick, Toto zu „Isolation“-Zeiten – und den Soundtracks zu „Top Gun“, „Over The Top“, „Rocky IV“ und „Iron Eagle“. Wer nun die Stirn runzelt und „was?“ fragt, kann die Scheibe getrost ignorieren – die Zielgruppe hat aber jetzt schon den Pavlovschen Impuls vernommen. Songs wie die letzten Herbst veröffentlichte Vorabsingle ‚Taste Of A Champion‘, das treibende ‚Give Me Tonight‘ oder das getragene, extrem poppige ‚Shock‘ machen einfach Spaß und übertragen das Gefühl der nicht-ganz-so-wilden Achtziger perfekt in die Neuzeit. Natürlich haben Brother Firetribe auch wieder ein extrem cooles Cover ausgegraben – diesmal John Parrs „Restless Heart“, anno 1987 Titelsong des Schwarzenegger-Streifens „Running Man“. Und wenn der Streifen nicht Rock’n’Roll ist, weiß ich auch nicht mehr – immerhin stammte die Story von Stephen King, und als Schauspieler waren unter anderem Mick Fleetwood, Dweezil Zappa und Kult-Wrestler Jesse „The Body“ Ventura zu sehen!

Von allen Retro-AOR-Kombos sind Brother Firetribe nach wie vor die qualitativ Hochwertigste – weil sie einfach das beste Händchen für tolle Songs und vor allem auch dank der angenehmen, authentisch wirkenden und ohne Pseudo-Opern-Metal-Gejaule auskommenden Sänger Pekka Ansio Heino einen echten Wiederekennungswert haben. Selbst wenn die erwähnten Tokyo Motor Fist mit ihrem ersten Album noch ein klein wenig die Nase vorne haben, ist „Sunbound“ absolutes Pflichtprogramm für das AOR-Klientel.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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