Mantric

Sin

  • Artist: Mantric
  • Album: Sin
  • Label: Loyal Blood Records
  • Release: 2015-09-25
  • Medium:
  • Bewertung:2

Die drei festen Bandmitglieder von Mantric begannen als 19jährige mit der Black Metal Band Lengsel, waren von 2004 bis zu deren Auflösung 2007 Mitglieder bei Extol und gründeten nach deren Ende Mantric. Man tut sich schwer, die Band in eine Kategorie zu packen, was auch die Band selbst ablehnt. Aber bei der experimentell-progressiven zweiten Scheibe „Sin“ sind Elemente aus Black Metal, Pop und Progressive Rock laut Band deutlich erkennbar, ohne daß die Platte ein Metal-Album im eigentlichen Sinne darstellen soll. Darüber kann man sicherlich streiten, denn die Black-Metal-Elemente sind unüberhörbar da.

‚Faith Faker‘ ist der exzentrische Opener des skandinavischen Dreispänners: Psychedelischer Gesang und schwarzmetallisches Kreischen wechseln sich ab, die Gitarren klingen dreckig, der Beat knallt rein. Keine schlechte Eröffnung, die Herren! Mit polyrhythmischen Spielereien und einer großen Dynamik aus dezent und schrill, ruhig und wütend geht es bei ‚On The Horizon‘ weiter. ‚Maranatha‘ bezeugt nicht nur den christlichen Glauben der Band, sondern wartet auch mit einem entspannt-schrulligen Banjo-Intro auf, das dann nach rund einer Minute von derben Screams durchbrochen wird. Höchst exotisch. ‚Anhedoniac‘ schlängelt sich um zwei wundervolle Gitarren-Riffs, die mit viel Hall und donnernder Verzerrung spielen und teils vor allem beim mehrstimmigen, choralen Gesang auch Ähnlichkeiten mit Extol erkennen lassen. Eine aalglatte Produktion wollten die Jungs offensichtlich nicht haben. ‚In The Shadow Of My Soul‘ spielt ebenfalls mit dem Spannungsbogen zwischen dysharmonischen Black-Metal-Einlagen und wohligem Artrock. Das abschließende ‚Black Eyes‘ ist ein wildes Psychedlic-Noise-Monster, das sich gewaschen hat.

Mantric ist mit ihrer zweiten CD ein sehr interessantes, progressives Rock-Album mit starken Metal-Einflüssen gelungen. Auch Elemente aus Psychedelic-Rock und Alternative haben geschickt platziert ihren Platz gefunden und machen so aus dem Album mit seinem speziellen, irgendwie sehr kantigem Sound ein interessantes Schmankerl für all jene, die gerne über den Tellerrand klar definierter Genre-Grenzen hinaus sehen.

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