Mantar – Pain Is Forever and This Is The End

Ihren ganz eigenen Weg gehen Hanno und Erinc von Mantar: Sie haben sich selber ausgebremst, um nicht zu übertouren. Nach Jahren im roten Drehzahlbereich haben sie sich eine kleine Auszeit gegönnt, um ihren Kompass neu auszurichten. Und der zeigt mit ihrem vierten Opus „Pain Is Forever and This Is The End“ (Metal Blade Records) wieder direkt in die Richtung südlich vom Himmel.

Wirkt „Ode To The Flame“ noch wie ein verkrampfter Nachfolger ihres Mega-Debüts „Death By Burning“, konnten sich Mantar mit „The Modern Art Of Setting Ablaze“ wieder in ein wenig besser in Szene setzen. Doch so richtig haben beiden Alben nicht geknallt. Doch schon ,Egoisto‘ reißt einem den Kopf vom Hals. Dreckig, rockig und düster kommen die vier Minuten wie aus dem Warteraum zur Hölle gerumpelt. Das ist auch der gemeinsamer Nenner der zehn neuen Kompositionen, sie grooven wie der Leibliche auf dem elektrischen Stuhl mit einem Elektriker am Schalter, der nach AC/DCs ,Hells Bells‘ abgeht: an, aus, an, aus … immer schön in Rhythmus.

Teuflischer Rock’n’Roll Boogie Woogie

Absolut tanzbar zeigen sich Mantar in der vierten und mit Sicherheit nicht letzten Zugabe der Corona-Pandemie. Hanno experimentiert wie ein Alchimist mit seinem Gitarrernsound, was besonders bei ,Orbital Plus‘ deutlich wird, einfach nur krank und abgefahren. Und immer dort, wo er Löcher, Unzulänglichkeiten oder mangelnde Kreativität hinterlässt, ist Erinc zur Stelle, seinem Partner im Verbrechen, mit einem fetten Beat beizustehen. Düster und extrem cool zugleich ist Track Nummer 6 ,Of Frost and Decay‘ ein Beweis, dass Mantar immer noch richtig spannende Songs zu schreiben in der Lage sind. Gleiches gilt für den mächtigen Schunkel-Rocker ,Horder‘. Das beste Stück haben sie sich aber bis zum Schluss aufgehoben: ,Odysseus‘ schleppt so schmerzerfüllt und verzweifelt dahin, dass es eine höllische Freude ist.

Ein Blick auf die Promotion-Videos, die Mantar bisher produziert haben, zeigt, dass das Duo zu sich selber gefunden hat, Ambitionen und Spaß in Einklang gebracht haben. „Pain Is Forever and This Is The End“ ist der Weg zurück zu alter Stärke, die verdeutlicht, dass Mantar noch lange nicht fertig haben. … auch wenn der Albumtitel diese Interpretation zulässt.

Bewertung: 2+

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