16

Lifespan Of A Moth

  • Artist: 16
  • Album: Lifespan Of A Moth
  • Label: Relapse
  • Release: 2016-07-15
  • Medium:
  • Bewertung:3+

Ein Quartett, das seit 25 Jahren gemeinsam Musik macht und so ziemlich jedes Klischee einer Heavy Band durchlebt haben dürfte: Drogenabhängigkeit und viele daraus resultierende Besetzungswechsel sind das augenfälligste. Die unverdienterweise unter Heavy-Fans weitgehend unbekannten 16 (alternative Schreibweise -(16)-) aus Südkalifornien legen mit dem wütenden „Lifespan Of A Moth“ ihr bereits siebtes Album vor – nach Aussage des Labels das düsterste, härteste und komplexeste der Bandgeschichte. Das explosiv-beklemmende Gemisch aus Hardcore Punk, Thrash und Sludge dürfte in dieser Form ziemlich einzigartig sein und übt eine morbide Faszination auf den Hörer aus. Es ist schwer, schleppend und niederschmetternd, was 16 hier 45 Minuten lang zelebrieren und ein Album, das vielleicht lieber an einem deprimierenden Novembertag hätte erscheinen sollen.

‚Lopeless‘ ist das erste tongewordene Stück Pessimismus, laut, roh und gequält. 16 haben kein Bedürfnis, ihren auditiven Fingerabdruck mit eingängiger Melodik zu versehen. ‚Peaches, Cream, And The Placenta‘ (!) schlägt da in die gleiche Kerbe. Dennoch hat die Musik etwas, was einen in seinen Bann ziehen kann. ‚The Morphinist‘ dürfte sehr wahrscheinlich die biografischen Erfahrungen mit Heroin behandeln und klingt tatsächlich wie ein fiebrig-erschreckender Rausch und lässt so etwas wie Wohlbehagen im Drogenrausch erahnen. ‚Absolute Center Of A Pitch Black Heart‘ hat einen Groove, der teils fast etwas an HipHop erinnert, aber natürlich mit dröhnenden Gitarrenriffs und den derben Screams von Frontmann Cris Jerue „verunstaltet“ wird. ‚Secrets Of The Curmudgeon‘ setzt einmal mehr die extrem verzerrten Vocals als Stilmittel des Unbequemen ein, noisy ist das und auch ein bisschen eintönig.

16 sind auf diesem Album experimenteller, sperriger und herausfordernder als Crowbar. Und hundert Prozent deprimierender als Red Fang. Die Songtitel sprechen Bände. Wer es gerne einmal herausfordernd-unbequem mag, dürfte bei 16 bestens aufgehoben sein. Denn eine gewisse Faszination hat das schon. Zumindest wenn man auf nihilistisch-betörende Mucke steht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.