Bottlecap

Off Pressure

  • Artist: Bottlecap
  • Album: Off Pressure
  • Label:
  • Release: 2020-01-31
  • Medium:
  • Bewertung:2+
Bottlecap Off Pressure

In your face! Immer auf die Fresse! Das könnte ein Motto sein für Bottlecap aus Schweden, und nach dem Genuss des neuen Albums „Off Pressure“ (Zorch Productions / Border Music) stimmt man voll und ganz zu. Aggressive, aber doch eingängige Songs mit einem Groove, der sofort zum Bewegen einlädt, wobei es völlig egal ist, ob man gepflegt headbangt, ekstatisch tanzt oder einfach betrunken von der Theke kippt. Das ist die richtige Einstellung für Bottlecap.

Musikalisch ist das ein wilder Mix irgendwo zwischen Hardcore-Punk und lautem, energiegeladenem Glam Rock geworden. Das Trio aus Göteborg zelebriert mit zehn Songs eine schnelle Reise durch bunte, glitzernde Punk-Hinterhöfe. Schleudertrauma inklusive. Das Teil muss laut gehört werden. Wer auf die Musik der schwedischen Landsleute Backyard Babies oder The Hives steht, sollte bei Bottlecap mal ein Ohr riskieren. Der eröffnende Titelsong prescht vorwärts und ist ein guter Wegbereiter für die folgenden Tracks. Richtig groovig und eingängig ist auch die nächste Nummer ‚Cannot See‘. Die Vocals der ganzen Scheibe sind insgesamt mehr geschrien als punkrockig gerotzt. Das sorgt für durchgängig gute Laune.

Das Cover mit den offensichtlich toten Augen und der Krone möchte uns vielleicht mitteilen, dass der Punk immer noch nicht tot ist, und dass sich Bottlecap selbst nicht ganz ernst nehmen. Spaß steht dann auch im Vordergrund. Die Band zeigt geschickt, dass sich ausgefeiltes Songwriting, Abwechslung und gleichzeitig minimalistische Punkrock-Attitüde in der typischen Besetzung Bass, Gitarre und Schlagzeug nicht gegenseitig ausschließen. Die Refrains laden sofort zum Mitsingen ein, die Riffs und scheppernden Beats gehen ohnehin in die Beine. Man hört zu jeder Zeit den Spaß und die Energie bei der Aufnahme des Materials. Live dürfte es da ziemlich gut abgehen.

Alter Schwede, kann man da nur sagen. Punk’s not dead – in Göteborg ist er quicklebendig.  

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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