Jorn

Life On Death Road

  • Artist: Jorn
  • Album: Life On Death Road
  • Label: Frontiers Records
  • Release: 2017-06-02
  • Medium:
  • Bewertung:3

Jorn Lande ist ohne Frage einer der großartigsten Sänger des kompletten Hardrock- und Metal-Zirkus. Nur: Sich so richtig als eigenständiger Künstler etablieren, das hat er bisher noch nicht geschafft. Auch nicht mit seiner Band Jorn, die mit „Life On Death Road“ bereits ihr neuntes Studioalbum (ohne Cover- und Remakealben) veröffentlicht.

Einer der Gründe dafür dürfte sein, daß Jorn keineswegs eine Band ist, sondern ein typisches Melodic-/Power Metal-Projekt, das für jedes Album aus den „üblichen Verdächtigen“ des Frontiers-Stalls zusammengestellt wird – selbst auf den Alben, die Jorn gar nicht bei Frontiers herausgebracht hat. Diesmal wird Lande von Mat Sinner (Primal Fear), Alex Beyrodt (Primal Fear) und Francesco Jovino (na, ratet mal…) unterstützt, dazu hat Alessandro Del Vecchio (jedes einzelne Frontiers-Projekt seit Urzeiten) natürlich Keyboards und Produktion beigesteuert. Besagte Produktion ist natürlich einmal mehr vollkommen synthetisch (pfui, klingen die „Drums“ mies!) und ultraglatt ausgefallen, und die Songs meist nicht mehr als Melodic Metal-Durchschnitt. Immerhin gibt’s mit 68 Minuten Spielzeit ordentlich value for money – allerdings hätte es vielleicht hier Sinn gemacht, vier Songs weniger aufzunehmen und die dafür etwas liebevoller und eigenständiger zu arrangieren. Das Dio-mäßige ‚Insoluble Maze‘ beispielsweise hätte mit organischerer Produktion ein echter Hit werden können, ebenso das AOR-mäßige ‚Man Of The 80s‘ und die Whitesnake-Tribut-Nummer ‚I Walked Away‘. Dafür hätte man auf Songs wie ‚Devil You Can Drive‘ oder den Opener und Titelsong (wie noch so einige andere Songs der Scheibe mit gemopsten John Sykes-Riff ausgestattet) getrost verzichten können – da hat man alles schon dutzendfach auf anderen Frontiers-Veröffentlichungen gehört.

Wer grundsätzlich alles von Frontiers kauft oder einfach beinharter Verehrer von Herrn Lande ist, darf auch „Life On Death Road“ gerne eintüten – seinen Status wird Jorn Lande aber wohl erst dann ändern können, wenn er sich eine organische Band zusammensucht, die dann auch zusammenwachsen kann.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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