In The Presence Of Wolves

Of Two Minds, Stages 1-2: The Ape And The Cage

  • Artist: In The Presence Of Wolves
  • Album: Of Two Minds, Stages 1-2: The Ape And The Cage
  • Label: Eigenproduktion / Just For Kicks
  • Release: 2017-06-30
  • Medium:
  • Bewertung:2+

In The Presence Of Wolves haben im Rezensenten einmal mehr den Kindskopp geweckt. Denn das eigentlich schön professionell fotografierte Cover läßt nur einen Gedanken zu: da kniet doch eindeutig ein amerikanischer Hipster vor He-Mans altem Zaubererkumpel Orko!

Die EP „Of Two Minds, Stages 1-2: The Ape And The Cage“ hat mit den ollen Masters Of The Universe nur wenig zu tun, sondern bietet netten, erstklassig produzierten Alternative-Prog mit gelegentlichen Math-Metal-Einsprengseln. Nicht nur aufgrund der hohen Stimme von Sänger Chris Capitanio erinnert das Ganze dabei kräftig an Coheed And Cambria und The Mars Volta, auch die instrumentale Umsetzung schwimmt im Fahrwasser besagter Bands – wobei man noch Between The Buried And Me und, in den kommerzielleren Momenten, auch Billy Talent erwähnen sollte, die sicher auch ihre Spuren hinterlassen haben. Was an Eigenständigkeit aber noch ein wenig fehlt, macht die Band mit ihrem Gespür für eingängige Melodien und trotz komplexer Arrangements ordentlich rockender Performance wieder wett. Der akustische erste Teil des zehnminütigen Quasi-Titelsongs ‚The Ape And The Cage‘ beispielsweise klingt durchaus nach College-Radio-Airplay mit leichtem Jane’s Addiction-Touch – da wir allerdings im weitesten Sinne hier im Prog-Metal unterwegs sind, wird das Ganze natürlich von halsbrecherischen Breaks von jedem „Vorwurf“ der Kommerzialität befreit. Schön isses trotzdem! Auch die bisweilen an Siebziger-Fusion-Bands erinnernden Gitarrensoli können durchweg begeistern. Dazu kommt, daß die Band sich auch textlich einiges hat einfallen lassen, die Story zweier Brüder, von denen einer an Depressionen leidet und schließlich sein Leben beendet, wurde sehr geschickt und einfühlsam umgesetzt.

Sollten In The Presence Of Wolves noch ein wenig mehr Eigenständigkeit herausarbeiten können, ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein größeres Label auf die sehr talentierten Jungs aus Philadelphia aufmerksam wird. Die 32minütige EP im schicken Digipack mit lobenswerterweise allen Texten gibt’s derweil bei den Underground-Spezialisten von Just For Kicks.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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