Rogers – Bis das Studio vibriert

Die Rogers fokussieren auf 'Augen Auf' ihren Blick auf die Dinge, die ihnen unter den Nägeln brennen. Das kann schonmal 80 Jahre zurückreichen. Wir haben mit Sänger Chri außerdem noch darüber gesprochen, wie sich innerhalb der Band die Schuldfrage definiert und wann das Alter Ego Roberts rausgelassen wird.

Press_Photos_03.jpg „Ihr habt das Release mit drei ausverkauften Konzerten in Düsseldorf gefeiert. Warum habt ihr euch für drei kleinere Clubs entschieden, anstatt gleich in eine größere Halle zu ziehen?

Aus dem ganz einfachen Grund, dass wir es noch nie gemacht haben. Vielleicht unterschwellig der Gedanke drei Tage am Stück feiern zu können, ohne dass wer meckert?!

Wie kommt es, dass ihr euch ausgerechnet mit dem dritten Album so frei fühlt? Hat man dieses Gefühl nicht eher auf dem ersten Album, wo man noch völlig frei aufnimmt?

Ich denke, dadurch, dass wir uns alle über die Jahre weiter entwickelt haben, zum Beispiel an unseren Instrumenten, fällt es uns mittlerweile leichter, genau das umzusetzen, was wir später hören wollen. Geschrieben haben wir so frei wie eh und je.

Diesmal neu mit am Werk: Markus ‚Eki‘ Schlichtherle. Gab es dadurch irgendwelche Veränderungen?

Eki hat die Produktion auf jeden Fall bereichert, sowohl hier und da mit guten Ideen, als auch mit einer Menge Hörschäden. Der Junge ist so taub, dass das ganze Studio beim Gegenhören vibriert hat.

Welcher Song war derjenige, über den am meisten diskutiert wurde?

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Ich denke, da beißt auf der Platte kein Song dem anderen den Faden ab. Tatsächlich wurden alle Lieder größtenteils gleich behandelt. Dass man hier und dort wieder was verändert, ist bei allen Tracks vorgekommen.

Wie war es für euch, für ‚Unter Tränen‘ mit den eigenen Großeltern zu sprechen bzw. wie war es für die?

Ich habe den Song meinen Großeltern tatsächlich noch gar nicht vorgespielt, aber ich denke, ihnen wird das Lied gefallen. Sie, und naturbedingt auch die anderen Zeitzeugen dieser Zeit, sind die letzten Menschen in diesem Land, die mit angesehen haben, was vor rund 80 Jahren passierte, als nationalistische und menschenfeindliche Vollpfosten, wie die Afd heutzutage, immer mehr Zulauf und Zuspruch bekamen und was das für weltverbrecherische Auswirkungen hatte. Es ist derart traurig, dass man nach so kurzer Zeit wieder so politisch blind in beinahe die gleiche Situation hinein rennt und es ist deshalb genau so wichtig, dass das Wissen um diese Zeit nicht verloren geht.

Ihr habt immer schon viel auf Vinyl veröffentlicht. Wählt ihr die Songreihenfolge eurer Platten dann auch standesgemäß nach A- und B-Seite aus? Macht ihr euch da einen Kopf darum?

Nein. Aber wir haben uns tatsächlich auf den letzten beiden Platten Gedanken gemacht, welcher Song denn dann die B Seite ‚einleitet‘.

Wie wichtig sind euch Festivals? Ist es noch immer die perfekte Plattform, um ein neues Publikum zu gewinnen?

Total! Und wenn du nicht total verschnapst auf die Bühne gehst, hast du eigentlich auch nichts zu verlieren. Das Publikum ist meistens von selbst derart gut drauf, dass du fast nichts falsch machen kannst. Klappt bei uns nur nie… also das mit dem Schnaps…

Was mögt ihr am Tourleben und was nicht?

Das geilste auf Tour ist halt natürlich das Reisen mit deinen Freunden, jeden Tag neue Leute kennenzulernen, jeden Tag woanders zu sein, obwohl du von den einzelnen Städten leider kaum was siehst. Ätzend sind in aller erster Linie die langen Autofahrten.

Press_Photos_04.jpg „Woran macht ihr es fest, wenn es mal nicht so gut klappt auf der Bühne? Hat da jeder eine andere Vorstellung?

Folgende Dinge sind NIE Schuld:

-Bier
-Schnaps
-Wein
-Marihuana
-Chri
-Alles, was in Verbindung und/oder Kombination mit ‚Chri‘ besteht
-Verstimmte Instrumente

Euer Ausflug als Roberts – kam der als Einstieg oder als Abschluss von den Aufnahmen zustande?

Es war ein gemütlich alkoholreiches ‚währenddessen‘.

Fotocredits: Kay Özdemir

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