Näkyjä Helvetistä

Das Land, in dem die Sonne, sich regelmäßig weigert zu scheinen, hat seit jeher eine illustere Untergrund-Musikszene, sei es Heavy Metal oder Punk oder Artverwandtes. In den 80ern waren es die Punk-Bands, die für Furore sorgten, danach schossen Symphonic-Metal-Bands wie Pilze aus dem Boden und als deren Antithese kam Crust und Grindcore wieder zum Leben. Aber in der finnischen Musikerseele scheint keine Sonne, so auch auf der zweiten Schwarzrille der jungen Finnen von VVorse „Näkyjä Helvetistä“ (Inverse Records) aus Jyväskylä.

In den insgesamt acht Visionen der Hölle – so der Albumtitel mit dem Unterschied, es sind neun höllisch räudige Kompositionen – wie sie dem Quartett erscheinen, ist viel Aggression und Frustration gepaart mit wilder Verzweiflung zu spüren. Der donnernde D-Beat kämpft gegen die Black-Metal-Riffs als wären sie unvereinbar, doch in Verbindung mit den gequälten kratzigen Schreien und den atmosphärisch-melancholischen Passagen zeichnet sich ein phantastisches Bild der exquisiten, finnischen Schwermut.

Bei all den Stimmungsschwankungen innerhalb der neun Songs, bleibt der Punk-Faktor das bestimmende Element. Das abwechslungsreiche Songwriting kann nicht darüber hinweg täuschen, dass VVorse, eher Chaos und Untergangsstimmung verbreiten möchten als mit ihrer Musik irgendwelche weiß bemalten Figuren beeindrucken wollen. „Näkyjä Helvetistä“ ist ein nicht gerade zimperlicher Volltreffer auf den Kopf mit einer Flasche billigen Fusel-Wodkas.

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