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Kick

Dave Hause präsentiert mit „Kick“ sein nunmehr viertes Album als Solokünstler. Und sein familiärstes. So war nicht nur die Titelgebung „Kick“ durch seine frisch geborenen Zwillinge geprägt, sozusagen als das erste Lebenszeichen, welches der frisch gebackene Papa von ihnen sehen konnte. Und auch für das Songwriting gab es diesmal Verstärkung aus der Familie. Der kleine Bruder aka sowieso schon Bandmitglied Tim Hause unterstützte Dave Hause. So kam auch die Idee einer guten alten 10-Song-Platte von ihm.

Doch wer nun erwartet hatte „Kick“ wäre dadurch komprimierter und auf das wesentliche reduzierter liegt falsch. Obwohl es bei Dave Hause nach wie vor um Überlebenskampf und Sozialkritik geht, reicht „Kick“ nicht ganz an seine Vorgänger heran. Songs wie „Weathervane“ oder „The Ditch“ halten zwar locker dasselbe Niveau, aber diesmal finden sich eben auch Songs, die das nicht schaffen. Scheinbar hat sich auch die Perspektive des Sängers verschoben. Vieles ist nicht mehr nur klar schwarz oder weiß, gut oder böse, vielmehr lässt Dave Hause auch zarte, vorsichtige Zwischentöne zu, die sich gar in Zuversicht wandeln („The Ditch“). An den Holzhammer erinnern nur noch die Hemden, die er trägt. Forsch wird das Gesicht des Optimismus den schier übermächtigen Krisen unserer Zeit entgegen gereckt.

Musikalisch herrscht noch immer der Spirit des Folkpunk vor, aber auch starkes Verneigen vor Tom Petty, Bruce Springsteen oder The Gaslight Anthem hört man deutlich heraus. „Kick“ reibt sich zwischen dem Vertrauen darauf, dass alles besser wird und der alles übermannenden, auf uns zurollenden Katastrophe. Und so endet „Kick“ mit der Erkenntnis „Hallelujah, we’re alive / And it’s bearing down“.

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