The Beauty Of Gemina

Minor Sun – Live In Zürich

  • Artist: The Beauty Of Gemina
  • Album: Minor Sun – Live In Zürich
  • Label: Tbog / Alive
  • Release: 2017-03-17
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Wenn das Gothic Rock-Genre tatsächlich so tot ist, wie das ein Kollege vor kurzem verkündete, hat das noch niemand Michael Sele gesteckt. Denn der präsentiert mit The Beauty Of Gemina das 2016er Jubiläumskonzert in Zürich auf CD, DVD und BluRay und macht dabei einen nach wie vor quicklebendigen und frischen Eindruck – alten Szeneklischees zum Trotz.

Ob man nun das visuelle Format oder ganz traditionell die CD bevorzugt, ist gleich. „Minor Sun – Live In Zürich“ bietet 100 Minuten düsteres, aber nie kitschiges Liventertainment, das sich eher am düsteren Arm des Postpunk in den frühen Achtzigern, also Joy Division respektive New Order (der Peter Hook- Bass!), frühe The Cure, Killing Joke oder gar alten The Cult (‚Close To The Fire‘!) orientiert als an Schlagergoth, Düsterdance oder Moll-Metal. Durch den Kontrast der noch recht elektronisch eingefärbten Klassiker wie ‚Suicide Landscape‘ und ‚The Lonesome Death Of A Goth DJ‘ und den eher rockigen Songs vom letzten Album „Minor Sun“, das dem Albumtitel entsprechend bis auf drei Songs komplett im Set enthalten ist, gibt es auch ordentlich Abwechslung. Die hypnotisch-minimalistischen Kompositionen gehen sofort ins Ohr, und die Band spielt dynamisch und stimmungsvoll. Ein großes Plus der Band ist natürlich Seles Gesang, der nicht selten an Bowie zu Berlin- und Scary Monsters-Zeiten erinnert, und mit Songs wie ‚Down On The Lane‘ und ‚Crossroads‘ ist die Entfernung zu dessen Spätwerk auch stilistisch nicht mehr allzu groß.

Die DVD-Version bietet neben einem Making Of natürlich den Vorteil, daß man Seles Charisma und die stimmungsvolle Lichtshow noch genießen kann. Aber auch ohne diese Komponente zündet das Hitfeuerwerk bestens. The Beauty Of Gemina haben mit ihrem aktuellen Livealbum (der letzte Livemitschnitt war eine reine Akustik-Show) eine tolle Bestandsaufnahme abgeliefert, die durchaus auch außerhalb der Szene Freunde finden könnte. Feine Sache.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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