Kosmo Cure

Future Jesus & The Electric Lucifer legen mit „Kosmo Cure“ (Selbstvertrieb) eine stylische Reise durch de Kosmos vor, das Raumschiff angetrieben von elektronischen Sounds, bemannt mit Gitarren und groovenden Bässen, im Laderaum eine ganze Armee von Robotern, die vocoderartige Sprachsamples durch den Äther schießen. Krautrock trifft Synthwave trifft Experimental. Elektropop verschmilzt mit Minimalsounds, die hin und wieder an die Eskapaden von Bands wie Welle: Erdball erinnern. Die Rakete schlingert durch ein Schwarzes Loch, wird hin und her gerissen, aber der Navicomputer findet immer wieder gerade noch so seinen Weg.

Das Trio Future Jesus & The Electric Lucifer, das seit 2015 aktiv ist, veröffentlicht mit „Kosmo Cure“ seinen zweiten Longplayer, eine eben sehr eigenwillige Mischung aus Krautrock, Synthwave und Fusion. Der Promoter beschreibt das Album als eine Platte, an der Captain Future, Helge Schneider und C.G. Jung ihre helle Freude haben würden. Dem kann man eigentlich zur zustimmen, denn die Musik ist wahrlich spacig, leicht ironisch und irgendwie auch anders als viele der Genrevorbilder. Zu den Synthies und Bässen gesellen sich durchaus mal Gitarrensoli und treibende Riffs, die dafür sorgen, dass die Scheibe trotz aller Elektroattitüde eben doch ein Rockalbum geworden ist. Irgendwie. Denn dann regieren wieder waschechte Funkmomente, z. B. im Song ‚4th Eye‘, bevor die nächsten Sci-Fi-Sprachsamples durch den Äther wehen oder es beinahe psychedelisch wird, so auf ‚Station 5‘. Abwechslung ist auf jeden Fall garantiert, auch wenn der dauerhafte Vocoder-Einsatz im letzten Drittel des Albums etwas ermüdend ist. Zum Glück gibt es immer wieder ein paar lustige Synthie-Eskapaden und etwas Gitarrengedudel zur Auflockerung.

„Kosmo Cure‘ ist anders. Und das ist gut so. Future Jesus & The Electric Lucifer stechen wahrlich aus der Menge heraus, liefern ihr ganz eigenes Ding ab, das nicht jedem gefallen wird und muss, das aber zweifelsohne im Gedächtnis bleibt.

Note: 2

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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