SERENITY in Nürnberg – Besucht wieder Konzerte!

Mit Serenity, Sascha Paeth’s Masters Of Ceremony, Victorius und Dragony hat es vier bekannte Bands aus dem Power-Metal-Bereich in den etablierten „Hirsch“ nach Nürnberg verschlagen. Für gerade einmal knapp 25 Euro ist das Package für Fans des Genres eigentlich ein Muss. Auf der anderen Seite wurde das Konzert erst vor drei Wochen angekündigt, dieses beginnt zudem recht früh und über allem schwebt noch die Pandemie-Wolke. Unser Redakteur Andre war vor Ort.

Pünktlich um 19 Uhr betritt Dragony die Bühne. Durch den frühen Start ist die Location eher spärlich besucht. Dies scheint die Stimmung der Power-Metal-Combo aus Wien jedoch nicht zu trüben. Die Mannen um Sänger Siegfried „The Dragonslayer“ Samer spielen bestens gelaunt ihre Setlist herunter. Gleiches gilt für Victorius aus Leipzig. Beide Bands haben in den letzten beiden Jahren jeweils ein Album veröffentlicht. Die neuen Tracks kommen beim Publikum genauso gut an wie der Rest auf den Liederzetteln.

Wenn Schlagzeuger Felix Bohnke, Bassist André Neygenfind und Gitarrist Sascha Paeth die Bühne betreten, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Band Avantasia ihre Metal-Opera zum Besten gibt. Paeth ist mit seinem Soloprojekt Sascha Paeth’s Masters Of Ceremony in Mittelfranken zu Gast. Was es an diesem Abend zu hören gibt, hat rein gar nichts mit der Geschichte von Tobi Sammeth zu tun. Natürlich handelt es sich um Power Metal, keine Frage. Aber es ist deutlich eine andere, rockigere Richtung zu erkennen.

Wurde das 2019 veröffentlichte Debütalbum „Signs Of Wings“ mit Adrienne Cowen als Sängerin eingespielt, steht auf dieser Tour Moonlight Haze-Sängerin Chiara Tricarico vor dem Mikrofon. Adrienne ist derzeit mit ihrer Band Seven Spires auf Nordamerika-Tour. Sowohl der Switch am Gesang, als auch der aus Krankheitsgründen ausgefallene Keyboarder Corvin Bahn wirken sich keinesfalls negativ auf den Auftritt aus. Während der Gitarrist eher schüchtern und zurückhaltend agiert, beweist Chiara, dass sie mehr als nur gesanglicher Ersatz für die etatmäßige Sängerin ist. Felix behandelt das ihm zur Verfügung gestellte Drumset wie gewohnt druckvoll und André steht die Spielfreude ins Gesicht geschrieben.

Es wird Zeit für den Headliner des Abends und die Halle hat sich zumindest etwas gefüllt. Auch Serenity aus Österreich hat 2020 ein neues Album veröffentlicht und ist froh, einige der neuen Songs endlich wieder live spielen zu können. Kein Wunder also, dass das Set mit dem Intro „The Last Knight“ von der gleichnamigen Veröffentlichung beginnt. Sänger und Kopf der Band Georg Neuhauser läuft zur Höchstform auf und kann mit seinen Mitmusikern die Besucher von Beginn an überzeugen.

Neben neuen Tracks gibt es eine Auswahl aus den veröffentlichten Studioalben zu hören. Zwischenzeitlich nutzt Georg immer die Gelegenheit für einen kleinen Plausch mit dem Publikum. So erfährt dieses, dass Gitarrist und Sänger Christian Hermsdörfer heute fast ein Heimspiel hat, da er aus Bamberg kommt. Oder aus Bayreuth. Von wo auch immer, er macht wie alle Musiker an diesem Abend einen hervorragenden Job.

Trotz der guten Qualität verlässt zur Halbzeit des Sets bis auf Sänger Georg der Rest der Band die Bühne. Hier geht jetzt aber nicht das Saallicht für eine Pause an, vielmehr findet ein Besetzungswechsel statt. Neuhauser hat mit Fallen Sanctuary ein neues Projekt gestartet. Somit betreten neben Gitarrist und Sänger Marco Pastorino, bekannt als Mitglied der Band Temperance weitere Musiker die Bühne. Es folgen zwei Songs vom Debütalbum „Broken Dreams“, welches am 24. Juli veröffentlicht wird. Besonders der gleichnamige Titeltrack hat definitiv Ohrwurm-Charakter. Das anwesende Publikum ist sichtlich begeistert und fordert – leider vergeblich – weitere Stücke.

Es geht weiter mit der Serenity-Setlist. Georg Neuhauser macht das Beste aus der nicht ganz gefüllten Halle und schlendert durch die Reihen, um am Ende einen weiblichen Fan singend mit einem Selfie glücklich zu machen. Diese Aktion bekommt frenetischen Jubel. Das Intro zu „Deus Lo Vult“ läutet den Zugabenblock ein. War die Stimmung zu „United“ schon auf hohem Niveau, geht zu „Lionheart“, dem letzten Song an diesem Abend, noch einmal richtig die Post ab.

Wer hier war, hat für kleines Geld vier hochkarätige Bands erleben dürfen, die trotz der immer noch angespannten Situation perfekt abgeliefert haben. Allen anderen sei empfohlen, den Künstlern und Veranstaltern wieder Vertrauen zu schenken.

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Photo Credit und Text: Andre Schnittker

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