Kennt ihr schon … LARKIN POE?

Die Schwestern Megan und Rebecca Lovell von Larkin Poe haben zu sich selbst gefunden – und deshalb einfach noch mal debütiert. Wir wollten mehr wissen und trafen sie zum kurzen Rock-Check-up.

Ihr habt euer Debütalbum nicht nur wiederveröffentlich, sondern auch umgestellt und umgetauft. Was war der Grund dafür?
Rebecca: Das war eine sehr befreiende Erfahrung. Universal Germany ist auf das Album aufmerksam geworden, als es schon fast ein Jahr fertig war. Wir haben uns sehr geehrt gefühlt, dass sie sich der Platte annehmen wollten, und fanden, wir sollten uns selbst noch mal einbringen und noch ein bisschen neue Musik dazupacken. Es sollte nicht einfach noch mal dasselbe sein, besonders, da wir uns in dieser Zeit recht schnell weiterentwickelten und viel probierten. Fünf neue Songs mit denen zusammenzubringen, die wir schon vom ersten Album liebten und auf diese Weise die Platte aufzufrischen, das war das Aufregende an der Sache.

Seid ihr als Schwestern grundsätzlich ein Herz und eine Seele, wie ich es gerade erlebe, oder polarisiert ihr charakterlich eher?
Megan: Wenn es um die wichtigen Dinge geht, sind wir einer Meinung. Und wenn wir uns mal streiten, dann nur über Kleinigkeiten.
Rebecca: In kreativer Hinsicht haben wir viel Glück, das ist sonst nicht so häufig. Findest du nicht?
Megan: Ja!
Rebecca: Wir möchten mit unserer Kunst dieselben Dinge erreichen. Dass wir die gleiche Musik mögen, macht das alles deutlich einfacher. Wir legen zum Beispiel beide auf, und auch da gibt es keine Gegensätze: Ich mag, was sie spielt, und sie mag, was ich spiele.
Megan: Natürlich gehört Zanken unter Schwestern dazu. Aber glücklicherweise nie über Dinge, die wirklich von Bedeutung sind.
Rebecca: Ich kann mich nicht an ein einziges Mal erinnern, dass ein Streit zwischen uns in Verärgerung geendet hätte. Wir sind uns nie länger böse gewesen und ziemlich gut darin, unsere Beziehung zueinander positiv und gesund zu halten.

Vor kurzem habt ihr ein so genanntes „floating festival“, also ein Festival auf See, gespielt: „Keeping The Blues Alive At Sea“. Welchen Eindruck hat diese musikalische Bootsfahrt bei euch hinterlassen? Ihr wart doch nicht etwa seekrank, oder?
Megan: Nein nein, es war toll; ich habe nur einen Sonnenbrand davongetragen. Wir sind nicht mit den allerhöchsten Erwartungen da rangegangen, aber es hat uns echt von den Socken gehauen. Wir waren ganz offensichtlich der heiße Tipp des Bootes.
Rebecca: Da waren so viele tolle Künstler auf diesem Boot, und den Menschen haben usere Songs gefallen. Wir haben uns sehr geliebt gefühlt. Es war eine sehr inspirierende Erfahrung, rauszufahren, mit anderen Blues-Künstlern zu spielen und neue Songs auf die Bühne zu bringen.

Gibt es geheime musikalische Vorlieben, über die wir sprechen müssten?
Rebecca: Ja, und dazu gehört sogar sowas wie Hip-Hop, von dem ich, als ich jünger war, nie gedacht hätte, dass es mir jemals gefallen könnte. Wir kommen ja aus Atlanta, und die urbane Gesellschaft dort ist, was Musikproduktion angeht, hauptsächlich von Hip-Hop, Trap und Rap geprägt. Du musst nur genug hören, dann findest du auch Songs, die dir gefallen. Als Musikhörer ist es unsere Aufgabe, offen zu bleiben und sich Neues anzuhören. Wir können nur raten: Macht es euch unbequem – hört etwas, das euch fremd ist, und vielleicht entdeckt ihr dabei eure neue Lieblingsmusik.

Was ist der perfekte Augenblick, Larkin Poe zu hören?
Rebecca: Die Frage mag ich. Laut und stolz … aber auf jeden Fall laut.
Megan: Ich würde sagen auf der Interstate, etwa auf dem Highway 101 an der US-Westküste, Fenster runter und die Anlage aufgedreht.
Rebecca: Wenn du ein Cabrio auftreiben kannst, dann mach’s auf jeden Fall so.

– Larkin Poes Debüt ‚Kin‘ ist bei uns in Deutschland gerade als ‚Reskinned‘ neu erschienen – mit einer gesalzenen Prise Rock obendrauf.

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