Knight Area

Hyperdrive

Unsere holländischen Nachbarn kennen sich hauptsächlich mit Wohnwagen, Käse und diversen Rauchwaren aus, meint ihr? Da liegt ihr zumindest teilweise falsch. Gemessen an der Grösse des Landes kommt immer wieder wunderbare Musik aus unserem Nachbarland. Vor allem im Bereich Progressive Rock (Ayreon aka Arjen Lucassen) und Symphonic Metal (Within Temptation) scheinen unsere aufgeschlossenen Nachbarn immer wieder Talente zu generieren. Seit zehn Jahren verknüpfen Knight Area genau jene beiden Genres zu einem sehr gelungenen Mix und haben in dieser Zeit sage und schreibe fünf Alben veröffentlicht und fleißig getourt. Das neueste Werk „Hyperdrive“ haben wir uns für Euch angehört und können vorab sagen: Wer astrein produzierten Neo-Prog mit Symphonic- und Power-Metal-Touch interessant findet, muss hier einfach zuschlagen!

So etwas wie ein Markenzeichen von den fünf Herren aus der Ritterzeit ist die Bandbreite ihrer Songs, die von melodiösen Balladen bis zur Symphonic-Metal-Nummer gehen und nicht selten auch innerhalb ein und desselben Songs diesen Variantenreichtum aufweisen. ‚Afraid Of The Dark‘ beginnt Gitarrenlastig mit einem metalligen Riff und schicken Lead-Gitarren-Spielereien, aber schon bald stößt das Keyboard von Tastenmann und Bandleader Gerben Klazinga dazu. Sänger Mark Smits Stimme ist klar, markant und erinnert eher an Power- oder Symphonic-Metal-Bands (‚Crimson Skies‘, ‚Avenue Of Broken Dreams‘) als an typischen Neo-Prog-Gesang. Überhaupt könnte man „Hyperdrive“ über weite Strecken als ein symphonisches Progressive-Metal-Album bezeichnen, denn neben dem typischen Gesang sind auch die Riffs, die Drums und der Bass oft knackig hart. Aber Knight Area haben eben auch die andere Seite: Das überwiegend im mittleren Bereich angesiedelte Tempo, die balladesken und symphonischen Elemente (‚This Day‘) und die verspielten Keyboard-Solos mit neo-progressiver Kante (‚Living In Confusion‘) sind eben auch da.

Und das ist mehr als gut so, denn die Mischung gefällt wirklich und dürfte sowohl für Classic-Metal-Freunde als auch für romantische Proggies die richtigen Hörnerven bedienen. Ein bißchen Pathos hat das an der einen oder anderen Stelle schon. Aber das nimmt nie Überhand und macht aus dem fünften Werk des holländischen Fünfers eine runde, melodische und stimmungsvolle Sache.

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