Lagwagon

Hang

  • Artist: Lagwagon
  • Album: Hang
  • Label: Fat Wreck
  • Release: 2014-10-31
  • Medium:
  • Bewertung:2

Lagwagon – eine der vielen Skatepunk-Legenden aus dem Hause Fat Wreck Chords. So haben sich die Jungs schon vor Jahren fest in mein Musik-Hirn eingebrannt. ‚Überraschungen sind da wohl eher nicht zu erwarten‘, dachte ich, als ich vom neuen Album hörte. Neun Jahre sind seit dem letzten Album ‚Resolve‘ vergangen. Während sich viele ‚alte Helden‘ nach so langer Aufnahme-Pause oft an Altbewährtes halten, kündigte Lagwagon-Sänger Joey Cape im Vorfeld an, dass ‚Hang‘ anders klingen werde – dunkler, schwerer und insgesamt ernster. Siehe da, der gute Herr Cape hat nicht zuviel versprochen.

Lagwagon sind beinahe nicht wiederzuerkennen. Wie angekündigt klingen sie düster, irgendwie schwer, aber keinesfalls anstrengend. Vielmehr unternehmen die Skatepunker einen Ausflug in Rock- und Metalregionen á la Iron Maiden. Beim 6:11 Minuten langen (!) Song ‚Obsolete Absolute‘ gibt es zwar die typischen schnellen Skatepunk-Elemente, jedoch schweifen Lagwagon des Öfteren ab und lassen die Gitarren sprechen. Metalsoli, wie man sie sich nie von dieser Band hätte erträumen lassen. ‚The Cog In The Machine‘ ist auch so ein Song, der so gar nicht nach den Lagwagon klingt, die man bislang kannte, der den Amerikanern jedoch unglaublich gut steht. Eine Rocknummer mit fetten Gitarren und interessanten Drum-Akzenten, die jedoch noch immer irgendwie in jedes Tony-Hawk-Spiel passt. Beim Song ‚Drag‘ würde es mich nicht wundern, wenn Bruce Dickinson (Iron Maiden) beim nächsten gemeinsamen Festival mit auf die Bühne kommt. Gitarren und Gesangsmelodien sind genau seine Kragenweite.

Bei vielen starken Songs auf dem Album sticht einer wegen seiner immensen Bedeutung noch immer heraus. ‚One More Song‘ ist keinem Geringerem als Joey Cape’s besten Kumpel Tony Sly (No Use For A Name) gewidmet, der 2012 verstarb. Der Song ist jedoch nicht nur der Skatepunk-Ikone gewidmet, er selbst ist auch Teil des Songs. ‚One More Song‘ schöpft aus dem Schlussgesang von Sly’s Solotrack ‚LIVR Let Die‘. Tony habe ihn Joey Cape auf Tour vorgespielt und der nutzte die Stelle, die ihm im Kopf blieb, für seinen eigenen Song. Somit lebt Tony Sly auch auf diesem Album weiter und wird wohl nie in Vergessenheit geraten.

Lagwagon haben sich auf ‚Hang‘ viel getraut und das Experiment nach langer Pause ist geglückt. ‚Hang‘ ist ein Spagat zwischen Skatepunk und Metalnuancen. Entstanden ist ein Album, das frisch klingt und auch nach dem fünften Mal Hören nicht langweilig wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.