GARBAGE – Anthology

Einem Mann in den Bauchnabel pinkeln…ein eher seltsamer Wunsch, aber mit diesem Spruch („I want a man who will let me pee in his belly button. I want a man to accept the beast in me“ – im Original) sorgte Garbage-Frontfrau Shirley Manson Mitte der 90er geschickt für ein gewisses Interesse an ihrer Band und lenkte den Fokus von Ex-Nirvana Produzent und Drummer Butch Vig so auf sich. In einer Zeit, in der MTV und VIVA entweder Grunge oder Eurodance-Pop spielte, gelang es der Combo mit ihrer Mischung aus gitarrenlastigen Rocknummern und einer spannenden Ergänzung durch Elektro-Sounds ihre ganz eigene Nische zu besetzen. Nun, fast 30 Jahre später, zieht das Quartett aus Madison ein musikalisches Fazit ihrer langjährigen Karriere und liefert mit „Anthology“ ein picke-packe-volles Best-Of-Album mit insgesamt 35 Tracks.

Musikalisch ist die Scheibe über jeden Zweifel erhaben, alle relevanten Hits sind enthalten. Ob die Frühwerke „Only Happy When It Rains“, „Stupid Girl“, „I Think I’m Paranoid“ und der James-Bond-Titel „The World Is Not Enough“, bis zu den späteren Nummern „Big Bright World“ oder „The Men Who Rule The World“ aus dem letztjährigen, sehr gelungenen „No Gods No Masters“.

Was dabei allerdings auffällt: Es werden einfach alle Singles in chronologischer Reihenfolge aufgeführt, einzig unterbrochen von dem bislang unveröffentlichten „Witness To Your Love“. So kann man natürlich die musikalische Entwicklung durch die Jahre gut nachvollziehen, ein wenig einfallslos wirkt es aber schon. Gleiches gilt für das doch eher rudimentäre Artwork (hier bezogen auf die Doppel-CD). Bei einem Rückblick auf fast 30 Jahre und insgesamt sieben Studioalben, wären ein paar Bilder und vielleicht ein paar erklärende Worte zur Laufbahn (und hier insbesondere auch zu den schwierigen Zeiten nach dem 2005er „Bleed Like Me“) oder Liner-Notes zu den Liedern durch die Bandmitglieder wünschenswert gewesen.

Eine fast drei Dekaden andauernde Karriere wird hier umfassend dargestellt, und wer sich bislang nur als loser Fan der Truppe bezeichnet hat, kann sich hier sofort einen guten Eindruck über das Schaffen von Garbage machen.

 

Note: 2

 

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Wollo

Altenpfleger mit didaktischer Weiterbildung. Hört Rockmusik aus verschiedenen Genres und bis zu einem gewissen Härtegrad aus allen Jahrzehnten, hin und wieder auch eher ruhigere Singer/Songwriter. Geht oft auf Konzerte, aber leider nur noch selten auf Festivals. 

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