Danko Jones

Fire Music

  • Artist: Danko Jones
  • Album: Fire Music
  • Label: Bad Taste Records
  • Release: 2015-02-06
  • Medium:
  • Bewertung:3

Danko Jones sind irgendwie wie AC/DC…Jeder Fan, egal welcher der beiden Bands, würde mich nach einer solchen Aussage womöglich ohrfeigen wollen, aber da ist was dran. Musikalisch gehen sie schon auseinander, auch, wenn natürlich die ein oder andere Parallele besteht: Neben dem Sänger ist vor allem die Gitarre „Frontmann“, es geht in den Songs oft um Frauen und beide Bands haben nicht nur ihre Daseinsberechtigung im Hardrock, sie sind Hardrock! Ein Punkt macht die beiden aber besonders vergleichbar: Sie machen seit Jahren immer die selbe Musik und niemand stört sich dran, sie trotzdem immer wieder abzufeiern. Frei nach dem Motto „Never Change A Winning Team“ ist es für die, die keine Vollblut-Fans sind fast egal, welches Album von diesen Bands im regal steht. Jedes von ihnen ist ein Garant für guten, dicken und schmutzigen Hardrock. Eben immer denselben Hardrock. Strikte Linie oder Einfallslosigkeit? Das müssen sich AC/DC oder auch Danko jones schon lange nicht mehr fragen. It Works.

Nun kommt mit „Fire Music“ das elfte Studioalbum und es bietet? Genau. hardrock der Marke „meine Eier sind immer noch die dicksten“. Schon in den ersten Sekunden der Platte weiß der Hörer, dass das Danko Jones sein muss. Die Band stampft los, wie ein wild gewordener Stier, dem ein rotes Tuch vorgehalten wird auf dem geschrieben steht, dass er kastriert wird. Der Sound ist wie immer fett, die Songs energiegeladen. Man muss schon genauer hinhören, um sich an der Hardrock-Walze vorbeizuschlängeln und sich nicht einfach plätten zu lassen. Dann kommen auch die Details zum Vorschein und die Platte macht nicht mehr nur Spaß. ‚Watch You Slide‘ könnte mit Banjo und Mandoline, statt verzerrten Gitarren und dickem Bass auch ein Hillbilly-Song sein. In ‚She Ain’t Coming Home‘ treiben es Danko Jones mit ihren Poser-Gitarrensoli auf die Spitze und erinnern fast an rockige Nummern von Iron Maiden. Die langen ‚Ohohohooo-Chöre‘ unterstützen dieses Gefühl.

Diese Poser-Soli, wie im Song ‚Do You Wanna Rock?‘, sind zwar nicht besonders einfallsreich, aber authentisch, denn Frontmann Danko Jones verkörpert heutzutage noch den Rock wie kaum ein anderer. Er fragt mich als Hörer zwar, ob ich denn rocken will, was recht höflich erscheint, aber schnell ist klar, dass das nur eine rhetorische Frage ist, denn der Song lässt dir im Grunde keine Wahl. In jeder Sekunde ist vorhersehbar, was kommt, aber trotzdem funktioniert es. Die Strophen werden in gewohnter Manier gesungen, was bei dieser Band heißt, dass Danko Jones seinem Zuhörer persönlich gegenübersteht und ihm spuckend ins Gesicht schreit. Das tut er aber glücklicherweise auf die rock’n’rollige und nicht Physiklehrer-Art. Nicht jeder Song funktioniert so gut wie ‚Do You Wanna Rock?‘. ‚I Will Break Your Heart‘ ist die romantisch-klebrige, kitschige und viel zu episch aufgezogene Schnulze des Albums. Brechen ist schon das richtige Stichwort, jedoch nicht auf mein Herz sondern eher auf meinen Magen bezogen. Einen solch übertriebenen und unnötig aufgeblasenen Song hat das Album nicht nötig.

Danko Jones schreiben Hits zum Mitwippen oder komplett ausrasten – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das ist okay, wenn auch nicht innovativ oder spannend.

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