Malevolent Creation

Dead Man’s Path

  • Artist: Malevolent Creation
  • Album: Dead Man’s Path
  • Label: Century Media
  • Release: 2015-10-02
  • Medium:
  • Bewertung:2-

Und wieder eine Veröffentlichung eines Death-Metal-Urgesteins: Malevolent Creation treiben seit beinahe 30 Jahren ihr Unwesen in der Riege der originalen Todes-Metaller. Fünf Jahre nach dem letzten Output „Invidious Dominion“ haben die Herren zuletzt eher durch fragwürdige Statements zu Homosexuellen und Afroamerikanern auf sich aufmerksam gemacht. Zeit also, endlich mit dem zwölften Album der Bandgeschichte und dem hübsch düsteren Titel „Dead Man’s Path“ wieder allein durch Musik für Aufmerksamkeit zu sorgen. Und dabei dürften es Malevolent Creation trotz ihres Anteils am Gründungsmythos der Szene nicht leicht haben. Zu vielseitig und umfangreich ist die Konkurrenz in den unendlichen Weiten der Extreme-Metal-Szene 2015.

Das Album eröffnet schaurig-düster mit Windpfeifen und einer dezenten Akkustik-Gitarre, zu dem sich ein schleppendes Riff und ein monotoner Monolog von Frontmann Bret Hoffmann in rumpelndes Growlen übergeht. Der Titelsong überrascht mit seinem doomigen Dreh durchaus und leitet stimmig zu dem über, was auf dem Rest des Albums zu hören sein wird: Schön angepisster Oldschool-Death, der aber überraschend frisch daher kommt und in den folgenden Rund 40 Minuten ordentlich aufs Gaspedal bzw. die Double-Bass-Drum hämmert. So beispielsweise im Knaller-Geballer ‚Imperium (Kill Force Rising)‘ inklusive knorke Vollgas-Gitarren-Solo. Auch Corporate Weaponry‘ und Blood of the Fallen‘ hämmern schön gleichmässig und leidenschaftlich auf den Hirnstamm ein. So muss das wenn Todes-Metall. Auch eher langsamere Nummern wie der Death-Doom-Kracher ‚Extinction Personified‘ sind auf dem neuen Album zu finden. Nicht weniger hart, sorgen sie für Auflockerung. Schliesslich wird auch der härteste Betonkopf müde, wenn eine Stunde nur durchgeprügelt und durchgemosht wird. So kann man durchatmen und nach einer entspannten Atempause weiter in den Abgrund des Todes brettern. Grind!

Das Rad erfinden die Herren aus Florida mit ihrem Album nicht neu, trotzdem klingen sie schön dreckig und gnadenlos wie es Oldschool-Death-Metal-Jünger von ihren Helden erwarten dürfen. Für ihr Alter geben die Herren ihrer Fangemeinde jedenfalls zünftig auf die Glocke und beweisen, dass sie noch nicht zum alten Eisen zählen und sich vor der jugendlichen Konkurrenz nicht verstecken müssen.

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