Blood Command – Praise Armageddonism

Ein Wechsel am Mikro ist nie einfach, viele kleine und auch große Bands sind daran gescheitert. Vor allem dann, wenn die erste Stimme das hervorstechende Markenzeichen der Band ist. Sigurd Haakaas war mit ihrem rotzig-frechen zugleich zuckersüßen Organ dieses Markenzeichen von Blood Command. Seit gut zwei Jahren hat ex-Pagan-Röhre Nikki Brunnen das Zepter übernommen und ist jetzt auf dem vierten Langspieler der Norweger „Praise Armageddonism“ (Hassle Records) verewigt.

Die „Neue“ macht auch erst gar keine Anstalten, ihrer Vorgängerin nachzumachen, sondern setzt sofort eigene Akzente. Sie singt nicht so übertrieben niedlich süß wie eine Rötzgöre, kreischt nicht so hysterisch, sondern setzt im Rahmen der Trademarks der Punkrocker aus Bergen emotionalere Pointierungen. Nikki Brunnen ist bodenständiger. Aber das ist nicht das einzige, was Blood Command ausgemacht hat. Der überdrehte Gesang mit den zynisch süffisanten Texte über Autonarren, die überfahren werden, Hausfrauen, die mit ihrer Küche in die Luft fliegen, Teenager, die an einen Kondom ersticken hat die elektrisierende Mucke Blood Commands ausgemacht.

Am Ende ist alles Neonbunt und Zuckerguß

Die Band selber ist aber auch gewachsen, sie trauen sich mehr. Samples, spoken words, ekstatisch lange Saxophon-Eskapaden und das Gegenspiel von hektischen und groovig tanzbaren Beats lassen nicht nur eine Änderung an den Vocals vermerken. Blood Command sind immer noch Speed in musikalischer Form, aber inzwischen ohne die Überdosen. Dabei zeichnen sie das jüngste Gericht in einem Taumel von grellen Nenofarben, wilden Tanzen und überschwänglicher Euphorie. Candy coaded Punkrock garniert mit bitteren Cookies à la Biafra.

Aber alles im allem ist Blood Comamnd dieselbe Punk Band geblieben, die sie seit 2008 ist. Sie Ecken an, wo sie anecken können, lästern über alles und jeden, kleben Kaugummis unter Sitze und Tische, bieten ungeniert Puderzucker zum Schnupfen an und holen die schlimmste Waffe der 80er, das Saxophon raus. Und das Cover Artwork ist wiedermal superb geworden. Fuckin’ Punkrock!

Bewertung: 2

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