Japanische Kampfhörspiele

Back To Ze Roots

  • Artist: Japanische Kampfhörspiele
  • Album: Back To Ze Roots
  • Label: Bastardized Recordings
  • Release: 2018-03-23
  • Medium:
  • Bewertung:2

20 Jahre Japanische Kampfhörspiele – ein Grund, reumütig zurückzublicken. Es ist viel passiert: Auflösung, Reunion, Neubesetzung, Alben so viele, wie sie an fünf Händen nicht abzuzählen sind, eine Kampflektüre und ein Kampfspielfilm. Da kann man schon mal nostalgisch werden und für JaKa bedeutet das, malochen, keine Pause, sondern 15 Songs aus der gesamten Band-Historie mit der neuen Mannschaft neu aufzunehmen. Solch ein Vorhaben droht auch schon mal komplett in die Hose zu gehen, es kann aber auch mit Bravour bestanden werden. „Back To Ze Roots“ tendiert eindeutig in die positive Richtung.

Die neuen Versionen haben alles, was Japanische Kampfhörspiele ausmacht: Doppel-Vocals, Spoken Growls, erzählende Schreie, Hip-Hop-Groove, obskure Instrumental-Passagen, Gitarren-Gedudel, Industrial-Anleihen, hektische Beats, überall Breaks und mehr Blast-Parts als auf den letzten beiden Studioalben zusammen. Unter den 15 Songs sind Klassiker wie ‚Wir gehen in den Knast‘ und ‚Gekochtes für Tiere‘, leider fehlt aber ‚Verpackt in Plastik‘. Aber hey, das ist kein wirklicher Kritikpunkt, denn die Auswahl spiegelt die Japanische Kampfgeschichte bestens wider. Dazu sind die neuen Versionen echt gelungen, haben eigenen Charme und könnten auch als neue Songs verkauft werden. Der Sound ist auch besser und fetter geworden als auf „The Golden Anthropocene“. Christof Kather und Co. haben sich redlich Mühe gegeben, die alten Popgrind-Nummern aufzupolieren und ihnen den Anstrich der neuen JaKas zu geben. Einzig das Artwork ist ziemlich banal ausgefallen und passt nicht in die JaKa-Diskografie. Da hat wohl einer eine Weiterbildung in einem 3D-Programm absolviert oder ein Plug-In für Photoshop entdeckt. Hat sich nicht gelohnt, Junge. Nee, du. Abgesehen davon ist „Back To Ze Roots“ aber genau das geworden, was man erwartet hat: Alte Klassiker, aufgepimpt für des Zeitalter des Populismus. Also, immer schön drauf hauen. Fragen und entschuldigen kann man sich auch später. Oder auch nicht.

(geschrieben von Kristian Habermann)

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