Master

An Epiphany of Hate

  • Artist: Master
  • Album: An Epiphany of Hate
  • Label: FDA Rekotz / Soulfood
  • Release: 2016-01-29
  • Medium:
  • Bewertung:2

Seit 1983 rumpelt Paul Speckmann als Gründer der Death-/Thrash-Combo Master durch die dunklen Metal-Clubs der Welt – sein mächtiger Bart ist inzwischen in Würde ergraut. Der Zahn der Zeit nagt eben auch an Metal-Musikern, egal wie jung sie sich fühlen mögen.Sein Kultstatus als einer der Mitbegründer des Death Metal kümmert ihn genauso wenig wie Trends und Meinungen. Der US-Amerikaner, der seit Anfang der 90er-Jahre in Tschechien lebt, macht seit eh und je sein Ding. Seit 2013 der Vorgänger „The Witchhunt“ erschien, sind Master beim ostdeutschen Underground-Label FDA Rekotz zu Hause. Das veröffentlicht nun auch das neue Werk „An Epiphany of Hate“, das über ein standesgemäß gruseliges Albumcover von Artist Mark Cooper verfügt.

Master sind unverkennbar Master – der Skeptiker oder sich nach Abwechslung verzehrende Metalhead mag Speckmann unterstellen, daß seine Musik einen inzwischen genauso langen Bart hat wie er selbst. Doch das würde der von Grund auf ehrlichen Musik von Speckmann und seinen beiden tschechischen Mitstreitern nicht gerecht. Bei Master spürt man, daß sich die Musik aus Überzeugung nicht merklich verändert – und nicht aus Mangel an Ideen. Nicht nur dieses Mal ließ sich der Master vom Hass erleuchten: 10 Songs lang wird schon rotzig und wütend abgeknüppelt, daß es eine wahre Freude ist.

Los geht’s politisch-deutlich und schön angepisst wie eh und je mit ‚Subdue the Politician‘. ‚Fiction Soon Becomes Reality‘ hat ein äußerst spannendes Riff zu bieten, das in puncto Rhythmus fast ein progressiver Flirt ist. ‚Just Be Yourself‘ könnte durchaus als Death-Metal-Manifest verstanden werden und nicht nur als energiegeladene Ermutigung zu Selbstbewußtsein als politischer Mensch. Beim Titelsong klingen etwas die alten Doom-Wurzeln der Band aus den Gründungstagen durch. Der beste und gleichzeitig längste Song des neuen Albums variiert das Eröffnungsriff von Doom zu Thrash zu Death und wieder zurück. Der Gesang ist zweistimmig und oszilliert zwischen thrashigem Shouts und pechschwarzen Gurgeln wunderbar oldschoolig-hart mit den Riffs und den Stakkato-Drums um die Wette. Was soll ich sagen? Fans der Band werden auch das neue Album lieben und der Meister mag zwar grau sein, aber nicht gealtert. Das ist hier bodenständig ehrlicher Death-Thrash wie er sein sollte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.