SweetKiss Momma – Dreimal ist Bremer Recht

Es ist diesen Dienstag wieder einmal Bluesrock-Zeit im traditionellen Bremer Club Meisenfrei. Alte Freunde haben heute ihr Erscheinen angekündigt: SweetKiss Momma aus dem kleine Ort Puyallup in der Nähe der US-Westküstenmetropole Seattle touren wieder durch Europa und machen dabei auch wieder in Bremen halt. Whiskey-Soda hat sich die Gelegenheit natürlich nicht nehmen lassen, um der Band erneut zu lauschen und für euch vom Konzert zu berichten.

Nächstes Jahr feiern SweetKiss Momma ihr zehnjähriges Bestehen, und inzwischen dürften die Southern-Rocker mit ihrer elektrisierenden Mischung aus Rock, Blues, Gospel und Americana auch bei den europäischen Genrefans bekannt sein. Zwei erfolgreiche Auftritte im Bremer Meisenfrei haben sich zudem herumgesprochen, und so ist der kleine Club für einen Dienstagabend überraschend gut besucht, als die vier Musiker gegen 20 Uhr 15 die kleine Bühne betreten. Wie immer geht es ohne viel Drumherum oder ein Intro gleich zur Sache: Instrumente eingestöpselt und auf geht’s. Die Amerikaner wollen heute Abend unter anderem die Songs ihrer aktuellen EP Get Ready For The Getdown vorstellen. Also: Get Ready!
sweetkiss_momma1.jpg „Gleich zum Beginn der Opener der neuen EP: ‚Dry Old Bones‘ ist ein eingängiger Rocker zum Fußstampfen, zum Nackenschütteln mit einem kühlen Bier in der Hand. Wie so oft, dauert es eine Weile, bis das Bremer Publikum in Fahrt kommt, aber das eine oder andere Bier fließt tatsächlich an der Theke. Weiter geht es auch gleich mit der nächsten Nummer der EP: ‚Get on, get off‘ ist eine gelungene groovend Rocknummer, bei der auch immer wieder die Roots- und Gospelwurzeln der Band durchschimmern.

sweetkiss_momma2.jpg „Eine feste Bandbesetzung gibt es bei SweetKiss Momma leider wieder einmal nicht. Einzige Konstante ist (natürlich) Frontmann und Mastermind Jeff Hamel, der für die aktuelle Live-Tour drei gute Freunde als Musiker mitgebracht hat. Skyler Mehal an der Leadgitarre ist heute mit Handicap angereist. Aufgrund einer Fußverletzung muss er mit Gehhilfen laufen und nimmt auf der Bühne lässig auf einem Barhocker Platz, als sei dies alles Teil der Show. Da er mit dem Fuß kein Effektboard bedienen kann, sind alle Gitarreneffekte von einem speziellen Pult aus mit der Hand steuerbar. Mehal war schon auf der letztjährigen Tour mit im Boot, ist allerdings nicht auf der aktuellen EP zu hören.

sweetkiss_momma3.jpg „Aber unterm Strich spielt das nur eine kleine Rolle, denn die Gastmusiker machen ihre Sache ausgezeichnet, und im Prinzip wird der Bandsound ohnehin von Hamels markanter Stimme und seinem gleich erkennbaren Songwriting dominiert. An den Drums sitzt heute Luke Dumke. Er wird in der Rhythmusfraktion unterstützt von Switchblade Jonny Wade am Bass, und beide leisten hervorragende Arbeit. Der Drummer darf zwischendurch mit einem kleinen Solo glänzen und später mit dem Bassisten wunderbare Groove-Einlagen praktizieren.

Diesmal sind die Amerikaner ohne Keyboards angereist, so dass die bluesigen Hammond-Sounds fehlen und die Betonung auf den rauen Gitarren liegt. Das klingt zwar anders als auf den CDs, weiß aber dennoch zu gefallen und betont noch mehr den kernigen, bodenständigen Gitarrenrock des Quartetts. Wie üblich werden viele der Songs auch heute wieder durch längere Soli an den beiden Gitarren ausgedehnt mit vielen Groove- und Jamsessions, insbesondere im langen Mittelteil von ‚Son Of A Mountain‘.

sweetkiss_momma4.jpg „Der Zugabenteil wird zunächst von Jeff Hamel alleine bestritten, der an die Gospel-Wurzeln der Band erinnert und die ruhige Gänsehaut-Nummer ‚Pour Out My Heart‘ zum Besten gibt. Der traditionelle Gospel sorgt für atemlose Stille und bedächtiges Lauschen. Auch bei einem Southern-Rock-Abend gibt es solche Momente, die absolut unter die Haut gehen. Danach kehren die anderen Musiker auf die Bühne zurück für die Schlussnummer ‚Between The Flood And The Fire‘ von der aktuellen EP, wobei hier der gesungene Gospelteil am Anfang ausgelassen wird und der Song damit zum Instrumental wird. Nach rund 100 Minuten Musik vom Feinsten verabschieden sich SweetKiss Momma bis hoffentlich zur nächsten Tour vom Bremer Publikum und signieren danach noch ausgiebig CDs, die einen reißenden Absatz finden, bevor das Meisenfrei die glücklichen Besucher in die nasse Novembernacht entlässt. Aber die Bluesrock-Herzen sind ja zum Glück gut aufgewärmt worden. Passt.

Setlist SweetKiss Momma, Meisenfrei Bremen, 14.11.2017:

Dry Old Bones
Get On, Get Off
Just Have You
Hot Mess
Get Some Love
What You’ve Got
What I Like About You
To Help A Man
Rocket Ride
Woman Of Wickedness
Son Of A Mountain
Breathe Rebel
Mercy Love

Pour Out My Heart
Between The Flood And The Fire

Auf unserer Facebookseite findet ihr eine ausführliche Fotostrecke zum Konzert

Bericht und Fotos: Michael Buch

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