Robert Reed

Variations On Theme By David Bedford

  • Artist: Robert Reed
  • Album: Variations On Theme By David Bedford
  • Label: Just For Kicks / Tigermoth
  • Release: 2017-07-07
  • Medium:
  • Bewertung:3+

Quasi als companion piece zu der Liveaufführung seines Mike Oldfield-Klonwerks „Sanctuary“ veröffentlicht Robert Reed eine EP namens „Variations On A Theme By David Bedford“, die dem Titel entsprechend dem sowohl in der Klassik als auch im Rock aktiven, 2011 verstorbenen britischen Avantgarde-Komponisten David Bedford huldigt. Der ist Rockfans hauptsächlich bekannt, weil er eben gerne und oft mit Mike Oldfield zusammengearbeitet hat. Natürlich.

Auch der Titel lehnt sich an Bedfords Demo-Sammlung „Variations On A Rhythm Of Mike Oldfield“ an. Was diese EP aber im Vergleich zu den dreisten „Sanctuary“-Werken von Robert Reed sympathisch macht, ist die Tatsache, daß er diesmal überhaupt nicht versucht, sich mit fremden Federn zu schmücken, sondern recht straighte Versionen der originalen Stücke darbietet, etwa so, wie ein Orchester heutzutage die Klassiker behutsam modern interpretiert – oder eben so, wie das Coverbands wie The Musical Box oder The Australian Pink Floyd Show machen. Das ist auch nicht kreativer, aber immerhin ehrlich. Und auch mutig: auf der Albumversion von ‚King Aeolus‘ hat Mike Oldfield beispielsweise ÜBERHAUPT NICHT MITGESPIELT (schockschwere Not)! Dazu gibt’s ‚The Rio Grande‘ und ‚Nurses Song With Elephants‘, letzteres beschnitten auf den Part mit Vocals und mit natürlich oldfield-esquer Gitarre verziert (Mike hatte ja auf dem Original „nur“ Bass gespielt). Von jedem der drei Songs gibt’s zusätzlich zur regulären Version noch einen Tom Newman-Mix, genau, der Typ, der damals schon ihr-wisst-schon-wen produziert hat und von ‚The Rio Grande‘ und ‚Nurses Song With Elephants‘ nochmal Akustikversionen, die die EP dann von 13 auf 36 Minuten aufblasen. Als Bedford- oder Oldfield-Fan kann man die Scheibe also durchaus kaufen, wenn auch aufgrund der Tatsache, daß es eben nur drei Songs zu hören gibt, eigentlich der Preis einer Single eher angemessen wäre. Vielleicht sollte Reed sich in Zukunft einfach aufs ganz straighte Covern von Oldfields Musik verlegen – da das Original dem Tourleben eine Absage gegeben hat, ist da mit Sicherheit eine Marktlücke…

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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