Scale The Summit

V

  • Artist: Scale The Summit
  • Album: V
  • Label: Prosthetic Records
  • Release: 2017-02-10
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Instrumentaler Progressive Metal von einer Band von Gitarren-Nerds, gegründet an der Musikhochschule. Das sind Scale the Summit aus Houston, Texas. Die Herren um Bandleader und Frickel-König Chris Letchford haben an ihren Gitarren sieben oder acht Saiten – der Bass hat selbstredend sechs davon. Is klar, die Jungs haben technisch jede Menge auf dem Kasten. Das erfreuliche daran ist aber, auch wenn natürlich Gitarren-Freaks an der Musik am meisten Freude haben werden, daß sie über reines Technik-Gepose hinausgeht. Scale the Summit zeichnen Klanggemälde und erzeugen Bilder im Kopf – und das ganz ohne die Hilfe eines Sängers oder Liedtexten. Das muss man erstmal hinkriegen, aber es funktioniert. Sinnigerweise ist das talentierte Quartett also auch auf dem schlicht „V“ betitelten fünften Album dieser Rezeptur treu geblieben.

Auf dem Cover-Artwork findet sich jedes Lied optisch umgesetzt wieder. Eine blaue Sonne (‚Blue Sun‘), ein goldener Vogel (‚Golden Bird‘) und ein geflügelter Stier (‚Winged Bull‘) machen neugierig auf mehr. In den Songs geht es dann so cinematisch zu, wie es die Metaphern auf die Songs vermuten lassen. Und doch haben sie gänzlich unterschiedliche Akzente. ‚Winged Bull‘ klingt hell und frisch, ‚Soria Moria‘ schwer, ‚Trapped In Ice‘ klirrend kalt mit hohen Spitzen und ‚Pontus Euximus‘ melancholisch-getragen. Eigentlich müssten sich auf dem Cover auch Gitarren oder zumindest Saiten finden. Denn die stehen über allem, durchdringen alles. Scale the Summit sind mehr als andere Prog-Metal-Gruppen eine Band für Gitarren-Nerds. Und „V“ ist so gesehen ein typisches Album der Texaner. Dennoch muss man ergänzend und lobend erwähnen, daß sich die Prog-Cowboys beim Songwriting noch gesteigert haben. Die Lieder und ihre Stimmungen sind noch vielseitiger geworden. Der Vorgänger war zwar noch mehr aus einem Guss – aber dafür die Opus Nummer fünf wesentlich abwechslungsreicher, ohne die Emotionen und die beeindruckenden musikalischen Fähigkeiten vermissen zu lassen. Spannend und sehr eigenständig sind Scale the Summit ohnehin.

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