Motorpsycho

The All Is One

  • Artist: Motorpsycho
  • Album: The All Is One
  • Label:
  • Release: 2020-08-28
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Motorpsycho setzen mit „The All Is One“ (Stickman Records) ihre lose zusammenhängende inoffizielle Gullvåg Trilogie fort, die 2017 mit „The Tower“ begonnen und letztes Jahr mit „The Crucible“ fortgesetzt wurde. Der namensgebende Künstler Håkon Gullvåg war auch jetzt wieder für das Covermotiv zuständig und steuerte zudem weiteres Artwork für die Discs des Doppelalbums und den Innendruck des Digipaks bei.

Die Norweger haben bei ihren Fans einen gewissen Kultstatus erworben, und nach „The All Is One“ kann man auch gut verstehen, warum das so ist, sollte es bisher da noch irgendwelche Unklarheiten gegeben haben.
Motorpsycho sind zurück und machen ihrem Namen wieder alle Ehre. Der eröffnende Titelsong ist wegweisend mit seinem psychedelischen Groove, und doch bereitet er die Hörer kaum vor auf das, was noch kommt.  Experimenteller Prog mit Jazzrockelementen trifft auf Psychedelic- und Stoner-Rock, Gitarrenwände werden von wabernden Elektrosounds durchbrochen, Saxophone gleiten irgendwo hoch über pulsierenden Mellotron-Sounds.

Zentralstück des Doppelalbums ist das insgesamt über 42 Minuten lange Stück ‚N.O.X.‘, das in fünf Parts und über zwei CD-Hälften aufgeteilt ist und gar sperrig daherkommt. Jazzige Saxophone, pochende Elektrobeats, düstere Streicher, lässige Bläsersätze. Es darf auch mal minutenlang repetitive Rhythmuskontrukte geben, sich langsam steigernde, pulsierende Synthiefiguren, die von diffus schwebenden Vocals zersetzt und schließlich von treibenden Beats überholt werden. Das ist Prog im feinsten Gewand mit langen instrumentalen Abschnitten, die Musik ist vollkommen unvorhersehbar, sperrig, jazzig, überraschend, ekstatisch, belebend, ja sogar tanzbar.

Rund um ‚N.O.X.‘ herum warten acht weitere Songs auf ihre Entdeckung, kürzer, handlicher, aber nicht weniger spannend, auch wenn sie nicht durchgängig das hohe Niveau des überragenden Longtracks halten können. „The All Is One“ ist ein spannendes Album für alle, die für experimentelle Musik aufgeschlossen sind, sich auf lange Tracks einlassen können (und welcher Progger kann das bitteschön nicht?) und für alle, die psychedelischen Stoner-Jazz der außergewöhnlichen Art abfeiern wollen.

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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