To Kill Achilles

Something to Remember me by

  • Artist: To Kill Achilles
  • Album: Something to Remember me by
  • Label:
  • Release: 2021-02-05
  • Medium:
  • Bewertung:1-

„I can’t eat, I can’t sleep, I can’t breathe // I sometimes I talk to the distorted reflection in the bottom of my empty glass // there is only one question I‘ll ever ask // Will I see you again? But I’m sure the answer will come as no suprise“

Es sind messerscharfe Zeilen, die wie eine verschluckte Rasierklinge im Magen wirken. Doch dabei belassen es To Kill Achilles nicht auf ihrem neuen Album „Something to Remember me by“ (Arising Empire). Sie graben tiefer, kehren alles ans Tageslicht, was die Psyche verdrängt. Der Schmerz ist spürbar: Die Verunsicherung, das Leid, die Ausweglosigkeit. Das Leben ist nicht voll von Glück und Harmonie. Es besteht aus Rückschlägen. Jede psychische Grenzüberschreitung wird körperlich erfahrbar. Sie zerreißt dich. Sie frisst dich auf.

„Something to Remember me by“ ist ein bedrückendes und gleichzeitig faszinierendes Manifest, das die Post-Hardcore-Truppe aus Schottland geschrieben hat. Es geht um einen Mann, der an seinem 25. Geburtstag aufwacht und sich genau ein Jahr später das Leben nimmt. In den einzelnen Songs beschreiben To Kill Achilles jeweils ein Erlebnis, das ihn aus der Bahn wirft. Jeden Monat ein lebensveränderndes Ereignis sowie zwei Lieder, die zur Reflexion dienen. Die Geschehnisse sind dabei keineswegs frei erfunden, sondern stammen aus den eigenen Erfahrungen der Bandmitglieder: die verstorbene Mutter, Alkoholismus, Angst vor Gefühlen oder der Moment, in dem Suizid als legitime Möglichkeit erstmals im eigenen Kopf auftaucht.

Nicht nur die Themen, sondern auch die Art und Weise der Vertonung durch To Kill Achilles ist erdrückend. Ihr Post-Hardcore lässt keine Zeit zum Luftholen. Denn die ruhigen Songs dienen nicht zur Erholung, sondern ziehen runter. Die Musik nimmt gefangen und spült einen in den Strudel des Abgrunds. Die Stimme von Sänger Tindal ist genau auf den Punkt. So authentisch, so lebensnah. Jede Frustration, jede Wut, jedes Gefühl auf „Something to Remember by“ ist echt. Auflockerung gibt es nur selten, wenn die ein oder andere melodische Gitarren-Melodie zum Vorschein kommt.

Mit diesem Konzept wollen To Kill Achilles wachrütteln. Wenn Menschen in schwierigen Momenten Verwandte oder Freunde an ihrer Seite haben, dann muss es nicht zum Äußersten kommen. Darauf wollen sie hinweisen. Denn sie selbst sind sehr froh, dass sie in all den geschilderten realen Geschehnissen immer jemanden hatten, der ihnen zugehört hat. Ein Gespräch kann Leben retten.

Es ist ein faszinierendes Album, dass To Kill Achilles geschaffen haben. Ob es oft auf dem Plattenteller landen wird, ist jedoch schwierig zu sagen. „Something to Remember me by“ zieht einen einfach zu sehr in die Abgründe. Aber auch diese sind Teil des Lebens und gerade deswegen ist die Thematik so wichtig.


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Dominik

Groß geworden mit Punkrock und Power-Metal, weiterentwickelt mit Alternative und Thrash-Metal, erwachsen geworden mit ein bisschen Progressive-Metal. Und dennoch bleiben die All-Time-Favorites klassisch: Bad Religion, Die Toten Hosen, Machine Head, Iron Maiden, Blind Guardian, Faith No More.... und aus unerfindlichen Gründen mit einer heimlichen Zuneigung zu J.B.O. 

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