Starbynary

Dark Passenger

  • Artist: Starbynary
  • Album: Dark Passenger
  • Label: Bakerteam Records
  • Release: 2014-12-05
  • Medium:
  • Bewertung:2-

Dieses Metal-Album richtet sich an Dexter-Fans. Dexter – der charmante Serienmörder von nebenan aus der bekannten TV-Serie. Optimalerweise an Dexter-Fans, die auch Prog-Metal mögen. Denn genau das ist „Dark Passenger“: Ein Prog-Metal-Konzeptalbum, inspiriert von dem zugrunde liegenden Roman „Darkly Dreaming Dexter“ des US-Autors Jeff Lindsay. Starbynary sind ein 2012 gegründetes Metal-Dreigestirn aus Norditalien: Gitarrist Leo Giraldi, Sänger Joe Caggianelli (Ex-Derdian) und Keyboarder Luigi Accardo heißen die drei Herren. Am Bass konnte man für das Album niemand geringeren als Mike LePond der bekannten Symphony X gewinnen. Letzterer ist einem kleinen Flirt mit anderen musikalischen Projekten neben seiner Hauptband nie abgeneigt, erst im vergangenen Sommer hat LePond unter anderem auch sein erstes Solo-Album veröffentlicht. Einen festen Schlagzeuger scheint man nicht rekrutiert zu haben, bei den Album-Credits ist Diego Ralli als Drummer aufgeführt. Das blutrote Hingucker-Cover-Artwork stammt vom Landsmann Felipe Machado Franco, der auch schon für bekanntere Kollegen wie Blind Guardian oder Rage schicke Plattencover gestaltete. Das Debüt-Album der drei Italiener ist eine Art symphonischer Progressive-Power-Metal mit düster-stimmungsvollem Anstrich, ganz passend zum Konzeptalbum und den innerlichen Abgründen des zerrissenen Serienmörders.

Den Auftakt bildet das Instrumental-Intro ‚Before The Dawn…‘ mit wabernden Keyboards und Streichern die sich dramatisch steigern – und dann starten die drei Norditaliener mit ‚Dawn Of Evil‘ richtig schön metallisch durch. Die Uptempo-Nummer kommt recht klassisch daher: Classic-Metal-Gesang mit hohen Tonlagen, ein eingängiger Chorus und Tasten- und Saitensoli wie es sich gehört und der durchschnittliche Langhaar-Träger gerne hat. ‚Dark Passenger‘ zeichnet mit seinen Taktwechseln das eher typische Prog-Metal-Klischee – doch auch hier gefällt der Gesang. ‚The Ritual – Modus Operandi‘ ist ein absoluter Kracher. Die perfekte Verbindung von Keyboard, Rhythmus- und Leadgitarre und Caggianellis Stimme – kurze melodische Zwischenspiele und tolle Soli lockern die Symphonic-Metal-Strophen auf. ‚Turn Around, Look Away‘ ist eine astreine Power-Prog-Ballade mit Suchtpotential – das Album schließt mit der 17-minütigen ‚The End Begins‘ Suite. Hier wird der Abschluß der Handlung der TV-Serie opernhaft erzählt, aus der Ich-Perspektive des Serienmörders, wie übrigens bereits auf dem Großteil des Albums. Starbynary bringen mit ihrem gelungenen Debüt „Dark Passenger“ ein rundes Prog-Metal-Konzept-Album heraus, das vor allem denjenigen gefallen dürfte, die auf Metal aus den Schnittmengen Power, Prog und Symphonic stehen. Und natürlich dürfen wie schon gesagt echte Dexter-Fans nicht versäumen, die Interpretation der Italiener auszutesten.

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