Itchy Poopzkid

SIX

Wo Itchy Poopzkid draufsteht, ist in der Regel ordentlich Rambazamba drin. Zuverlässig wie eine Schwarzwälder Kuckucksuhr tönt denn auch der neue Longplayer des schwäbischen Terzetts gar lieblich laut und mächtig melodisch. Das gute Stück hört auf den Namen ‚SIX‘ und ist, man ahnt es bereits, der sechste Spross der poopzkidschen Kreativschmiede.

Im Gegensatz zum Vorgänger ‚Ports & Chords‘ wartet ‚SIX‘ nicht mit größeren Überraschungen wie Punk-Shantys oder Schunkel-Rock’n’Roll auf. Nein, es wird an den treibenden Sound von ‚Lights Out London‘ angeknüpft – das macht bereits der Opener ‚She’s Gonna Get It‘ klar, in dem der Interpret den Raffinessen der holden Weiblichkeit huldigt.

Mochte man sich bei ‚I Gotta Get Away‘, einem zornig rausgekotzten Song auf die manchmal ätzende Notwendigkeit des Klappehaltens, noch kopfüber in den nächsten verfügbaren Moshpit stürzen, geht die erste Single ‚Dancing In The Sun‘ sachte, aber bestimmt vom Gas: Ein Abgesang auf die Gleichgültigkeit, die in vielen Köpfen herrscht, muss schließlich mit dem nötigen Ernst vorgetragen werden. Tiraden gegen die Oberflächlichkeit in unserer Gesellschaft erfordern hingegen ordentlich Druck – nachzuhören in ‚Plastic‘. Natürlich erweisen Itchy Poopzkid auch auf diesem Album ihren geschätzten Kollegen von den Donots musikalisch die Ehre, dieses Mal in Form des hymnischen ‚Trusty Friend‘.

Wie es sich für eine anständige Punk-Combo gehört, haben Itchy Poopzkid jede Menge anzuprangern und auszusetzen. Ihre direkten, unmissverständlichen Texte verpacken sie nicht in elitär gezupfte Akkorde, sondern klöppeln einen Teppich aus kapitalen Riffs, ohrwurmtauglichen Melodien und frenetischen Drumbeats – kein Schnickschnack, sondern auf die Fresse. Schließlich hat Gesäusel die Welt noch nie verändert, und das ist es, was die Jungs mit ihrer Musik bezwecken: einen Denkanstoß geben.

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