Red Death

Sickness Divine

  • Artist: Red Death
  • Album: Sickness Divine
  • Label:
  • Release: 2019-11-29
  • Medium:
  • Bewertung:2-
Red Death - Sickness Divine cover

Ist mit Roter Tod die uramerikanische Angst vor dem Kommunismus gemeint? Oder der scharlachfarbene Rächer, den Edgar Allen Poe seine machtgeilen Protagonisten niedermetzeln lässt? So klischeebeladen der Bandname Red Death auch sein mag, so sehr schaffen es die Jungs aus Washington, D.C., auf „Sickness Divine“ (Century Media/Universal Music) typisch amerikanischen Thrash Metal der ungeliebten dritten Generation zu spielen.

Ihre Spielweise nährt sich aus den Zeiten, als es unpopulär geworden war, simplen und brutalen Metal zu spielen und viele Bands ihre Gitarren hinschmissen, ihren Stil änderten oder trotzig eine Jetzt-erst-recht-Attitüde an den Tag legten. Red Death gehören nicht zu den Brutalo-Bands des Genres, sie lassen es zwar gehörig bollern wie ein mächtiger Lastenzug, aber gnadenlos das Gaspedal durchtreten tun sie nicht. Meist im donnernden Midtempo kämpfen sie sich durch die zehn Songs ihres dritten Longplayers, und wenn sie mal an der 120 km/h-Grenze kratzen, dann mit gehöriger Wucht.

Während der 33 Minuten bekommt man das Gefühl, dass Red Death mit Axt und Hammer ganze Wälder niedermachen. Der Sound ist staubtrocken, das Schlagzeug rumpelt hölzern durch die Songs, die Gitarre sägt unermüdlich und die Vocals kommen wütend und rotzig rüber. Für ein paar kleine Verzierungen und Spielereien mit ihren Werkzeugen in Form von ruhigen Intros und kurzen Solos ist aber immer wieder Zeit, wie auch für ein ziemlich entrücktes Solo mittendrin. Trotzdem ist die Kiste sehr bodenständig und simpel gestrickt, was aber nicht heißt, dass der Output der Amis einfältig ist. Red Death sind halt gewollt unmodern, uncool, untrendig und unschön.

Wer auf den Underground Thrash Metal der 1990er Jahre mit einem Schuss schlichten, polternden Hardcore – damals als Crossover bezeichnet – wie zum Beispiel Sacrilege B.C., Soothsayer, Beyond Possession oder Indestroy steht, wird mit „Sickness Divine“ gut bedient. Gourmets moderner Klänge sollten auf jeden Fall die Finger von Red Death lassen, denn die könnten ganz schnell mal abgehackt werden.

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