Warcrab

Scars of Aeons

Sich „Kriegskrabbe“ zu nennen, kann man wohl nur verstehen, wenn man mit dem eigenwilligen britischen Humor geboren worden ist. Allein der Gedanke an eine Warcrab lässt einen das Blut in den Adern gefrieren oder an die tiefgründigen Schwarz-Weiß-Horrorfilme der 50er denken. Was dann aus den Lautsprechern quillt, können nur Briten ersonnen haben.

Ein derart dreckiger Klumpen bestehend aus Death Metal, Doom, Sludge und Crust walzt unaufhörlich auf einen zu, dass einem Angst und Bange wird. Fette Grooves paaren sich mit schneidenden Riffs, performt von satten 22 Saiten, und abwechselnd tiefen Growls und wütenden Schreien. Sich aufschaukelnde Melodien lockern das erdrückende Hörerlebnis ein wenig auf und würzen die fünf Songs mit einem Hauch Psychose. Extrahiert man die fetten Monsterriffs der frühen Crowbar, den Nihlismus von Eyehategod oder Dystopia, die Heavyness von Apshyx und den manischen Groove von Axegrinder oder Amebix, dann wisst ihr, was euch auf der zweiten Schwarzrille Warcrabs erwartet. Harter Stoff, der die Zukunft unserer Zivilisation in den düstersten Farben erscheinen lässt. Und genau das ist das Anliegen des Sextetts aus Südengland. ‚Destroyer Of Worlds‘, ‚Bury Me Before I’m Born‘ oder ‚In The Shadow Of Grief‘ lassen keine Zweifel aufkommen, dass die Kriegskrabbe mit der Menschheit hart ins Gericht geht. Mit der Wucht eines Tsunamis treffen die fünf Songs auf schutzlose Gemüter und lassen diese 35 Minuten lang in den Schmerz der Welt eintauchen. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Lautstärkeregler auf elf gedreht wird, weil das einfach lauter ist.

„Scars of Aeons“ ist mit das Beste, was derzeit an Weltuntergangsmusik von der Kette gelassen wurde. Ein wunderschöner Soundtrack um den Untergang in allen seinen Phasen zu genießen.

(geschrieben von Kristian Habermann)

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