Ronnie Wood

Mr Luck – A Tribute to Jimmy Reed: Live at the Royal Albert Hall

  • Artist: Ronnie Wood
  • Album: Mr Luck – A Tribute to Jimmy Reed: Live at the Royal Albert Hall
  • Label:
  • Release: 2021-09-17
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Ronnie Wood spielt seit mehr als 45 Jahren bei den Rolling Stones und hat vorher unter anderem mit den Faces und Jeff Beck musiziert. Man kann den Gitarristen daher ohne Bedenken selbst als Musik-Legende bezeichnen. Bei allem eigenen Ruhm hat Ronnie seine Wurzeln aber nie vergessen. Nachdem er bereits Chuck Berry einen Abend mit anschließender Album-Veröffentlichung gewidmet hat, spielte er 2013 zusammen mit seiner Band ein Tribut an Jimmy Reed. Unterstützt wurde er dabei von seinem Stones-Vorgänger Mick Taylor, Mick Hucknall, Bobby Womack und Paul Weller. Nun liegt der Mitschnitt der Show mit dem etwas sperrigen Titel „Mr Luck – A Tribute to Jimmy Reed: Live at the Royal Albert Hall“ (BMG/ADA/Warner) vor.

 

Ein kleiner Blues-Jam eröffnet die Show, bevor die Truppe mit „Good Lover“ einen klassischen Zwölf-Takter spielt. Weiter geht es mit dem Titel-Track „Mr Luck“. Bei dieser Nummer duellieren sich Wood und Taylor an ihren Gitarren und improvisieren minutenlang abwechselnd Soli. „Ain’t That Loving You Baby” und “Honest I Do” wurden vor fast 60 Jahren – also vor seinem und auch Mick Taylors Einstieg – von den Stones eingespielt. Und ein wenig erinnern die Arrangements an die frühen Werke der Stammband. Sehr reduziert und einfach gehalten.

Zu „Shame Shame Shame“ gesellt sich Paul Weller zur Band. Nach einigen eher ruhigen Titeln wird es nun ein wenig schneller. Bei dieser eher Boogie-Woogie- als Blues-Nummer zeigt Wood sein Können an der Blues-Harp. Positiv überraschend ist der Auftritt von Mick Hucknall. Der Simple Red-Frontmann, sonst eher für Schmuse-Pop bekannt, bereichert „Got No Where To Go“ mit seiner Stimme.

Bei der gesamten Show stehen Jimmy Reed und seine Songs im Mittelpunkt, nicht das individuelle Können oder die Egos der Musiker. Hucknall wird mit einem schlichten „Thank you, Mick“ entlassen, Bobby Womack bei „Big Boss Man“ nicht einmal erwähnt. Mit dem schnellen „I’m Going Upside Your Head” und der – Dank zahlreicher Cover-Versionen -bekanntesten Reed-Nummer „Bright Lights Big City“ geht das Konzert nach etwas mehr als einer Stunde zu Ende.

Als Zugabe gibt es ganz zum Schluss noch eine Studioaufnahme. Ronnie Wood hat mit „Ghost Of A Man” Herrn Reed noch einen eigenen Titel gewidmet und macht klar, dass “His Songs Will Bring Us To Our Knees” und “We Never Forget How Much He Means”.

 

Bleibt am Ende offen, ob es dieses Album braucht. Wood ist weder der größte Sänger noch der beste Gitarrist unter der Sonne. Verglichen mit vielen auf Hochglanz polierten Best-Of-Live-Scheiben benötigt es „Mr Luck“ also nicht wirklich. Begreift man die Aufnahme jedoch als Zeugnis von Musiklegenden an eine ihrer eigenen Ikonen, dann sollte sie in keinem Schrank fehlen, zumindest bei an der Musikhistorie interessierten Fans.

Abgesehen davon macht die Platte auch einfach Spaß.

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Wolfgang

Altenpfleger mit didaktischer Weiterbildung. Hört Rockmusik aus verschiedenen Genres und bis zu einem gewissen Härtegrad aus allen Jahrzehnten, hin und wieder auch eher ruhigere Singer/Songwriter. Geht oft auf Konzerte, aber leider nur noch selten auf Festivals. 

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