Temple of Void

Lords of Death

Motorcity Detroit liegt in Ruinen. Selbst der Chemie-Industrie wurde offiziell gestattet das Trinkwasser zu vergiften, nur damit ein wenig Geld in die Kasse fließt. Die Zivilisation ist am Ende und Detroit ist das beste Beispiel dafür. Klar, dass sich in solch einem Umfeld kaum Bands gründen, die die Zukunft in sonnigen Farben sehen. Außer vielleicht in denen des rasanten Klimawandels.

Temple Of Void malen eben diese Zukunft in den dunkelsten Farben: grau, dunkelbraun und schwarz. Und welche Musik passt besser zu dieser Stimmung? Death Metal selbstverständlich. Der Alten Schule. Langsam. Düster. Und gewaltig. Mit einer Menge Atmosphäre. Zwischen dem mächtig stampfenden, zermalmenden Groove lässt das Quintett feine Harmonien und akustisches Geplänkel einfließen, die sich wie zärtliche Pflanzen ihren Weg durch den Schutt der Menschheit ans Licht bahnen. Hymnischer und doch verzweifelter Gesang kämpft gegen den Verfall an. Temple Of Void geben ihrer Musik viel Raum und Tiefe sich zu entfalten, etwas wie Cinemascope oder eine riesige Höhle unter tausenden Tonnen von Trümmern, die einmal die Zivilisation waren. Für Doom-Death lassen es Temple Of Void in keinem Moment ausufern, sondern bleiben beim Thema, lassen schwere Gitarren sprechen, das Schlagzeug ballern und die Vocals growlen. Keine unnötigen Effekte oder Computer-Spielereien stören die Ästhetik des Untergangs. Die Horror-Endzeitszenario-Version von der Schlacht um Helms Klamm auf dem Cover fängt die knapp 40 Minuten dunkelster Notenfolgen auf „Lords of Death“ bildlich perfekt ein.

Schon mit der zweiten Schwarzrille stehen Temple Of Void bei ihrem Aufstieg in den Olymp der Dunkelheit in Sichtweite zu Doom-Death-Veteranen wie Hooded Menace oder Ophis. „Lords of Death“ ist ein schönes Stück Armageddon, das alle Slow-Banger begeistern wird.

(geschrieben von Kristian Habermann)

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