Kennt ihr schon … NAMELESS DAY RITUAL?

Das Debütalbum "Birth" von Nameless Day Ritual aus Plovdiv in Bulgarien wurde gerade erst in unserer Rezension als sehr spannend gewürdigt. Grund genug für uns, für euch mit den interessanten Newcomern einen kleinen Plausch zu führen, um sie euch vorzustellen. Ihre stimmgewaltige Frontfrau Asya hat uns eine Handvoll Fragen nicht nur zu ihrem aus deutscher Sicht exotischen Herkunftsland beantwortet.

Whiskey-Soda: Hallo Asya, schön von dir zu hören! Los geht’s. Bulgarien ist ja irgendwie ein unbekannter Fleck auf der internationalen Landkarte der Rockmusik. Aber scheinbar haben alle Mitglieder von Nameless Day Ritual schon viel Erfahrung als Rockmusiker. Stell doch eure Band mal unseren Lesern vor!

Asya Katrandzhieva: Eigentlich schade, dass unsere Untergrund-Musikszene bei euch in Deutschland nicht bekannter ist, denn bei uns ist jede Menge los. Es gibt echt einiges an hervorragender harter Musik hier in Bulgarien. Ich selber stehe schon seit ich fünfzehn bin auf der Bühne. Seit damals hat sich viel verändert und mein Weg hat mich zu Nameless Day Ritual geführt. Unser Gitarrist Angel Duylgerov macht viel mit Hip-Hop und Soul und erweitert so die Rockszene. Er ist Komponist, Produzent, Sänger und Gitarrist in der Band Tube Hedzz. Unser anderer Gitarrist Petar Todorov hat auch schon in verschiedensten Bands in der Region gespielt, konzentriert sich jetzt aber auf Nameless Day Ritual. Auch unser Bassist Radoslav Paunov engagiert sich in mehreren musikalischen Projekten. Und dann ist da natürlich noch unser Drummer Lachezar Georgiev, er ist der Gründer und die treibende Kraft von Nameless Day Ritual. Er ist der Mann hinter dem Konzept von „Birth“ und hat als Produzent schon eng mit vielen unserer bekanntesten Bands zusammengearbeitet. Zudem hat er eine beeindruckende Liste an Projekten, bei denen er als Schlagzeuger mitgewirkt hat. Nun haben wir ihn uns geschnappt. Oder er sich uns – da bin ich mir noch nicht ganz sicher!

WS: Der Name unseres Magazins ist Whiskey-Soda. Zu welcher Art von alkoholischem Getränk aus Bulgarien würdest du unsere Leser oder unser Redaktionsteam einladen und warum?

AK: Ihr müsstet unbedingt unseren „Rakia“ probieren. Das ist ein traditionelles alkoholisches Getränk, das aus fermentierten Trauben, Pfirsichen oder Aprikosen hergestellt wird. Einfach jeder Art von Früchten, die süss sind und ein starkes Aroma haben. Auch der bulgarische Wein ist eigentlich ein Muss! Und warum? Ist doch völlig klar: Wegen der guten Laune und weil es einfach klasse schmeckt!

WS: Apropos Bulgarien. Wir glauben an den Bildungscharakter des Musikjournalismus, wir wollen, dass unsere Leser hier auch was lernen. Hast du einen bulgarischen Lieblingsspruch um jemanden zu beleidigen, ohne dass es allzu plump ist? Wie unanständig könnt ihr Bulgaren denn überhaupt sein?

AK: Hahaha, der ist gut! Ich werde keinen meiner Lieblingssprüche hier preisgeben und dafür gibt’s auch einen guten Grund. Kennt ihr den Film „White Men Can’t Jump“? Das was dort passiert ist ein Lila-Blümchen-Kaffeekränzchen im Vergleich zu dem, wozu ein Bulgare fähig ist, wenn man ihn zu hart angeht!

WS: Ihr habt ja vor wenigen Tagen euer aufregendes Mini-Album „Birth“ veröffentlicht. Gibt es etwas, was du besonders herausstellen möchtest oder auf das du besonders stolz bist?

AK: „Birth“ ist ein spannendes Konzept-Album, von daher sollte man es sich als zusammenhängendes Werk anhören, um in den vollen Genuss zu kommen. Es ist auch schwer zu sagen, worauf ich besonders stolz bin. Es ist der ganze Prozess: Das Album im Studio aufzunehmen, es live zu präsentieren und neue Fans zu gewinnen, dann die eigentliche Veröffentlichung, die ganze Presse und Kritiken. Es ist grossartig, ein wenig stürmisch hin und wieder, aber im Grossen und Ganzen eine Wahnsinns-Erfahrung!

WS: Ich würde sagen, Musik mit einem künstlerischen Anspruch zu machen ist eine faszinierende, unvorhersehbare Reise. Auf gewisse Weise wie das Leben selbst. Wenn wir diese Metapher auf eure Band anwenden: Welcher Teil der bisherigen Reise bedeutet euch am meisten?

AK: Das kann man wohl so sagen, ja. Eine ziemlich bunte Reise. Ich glaube, wir sind gerade mittendrin in einem bedeutsamen Moment. So nach dem Motto: „Hey Leute, hier drüben sind wir, in Bulgarien! Wir machen echt coole Musik, hört unbedingt mal rein!“ Ich finde auch den Vergleich zum Leben selber passend – nur fühlt es sich als Band manchmal an wie im Schnelldurchlauf. Davon handelt eigentlich auch das Album: Wir wollen unsere Hörer mitnehmen auf diese Reise: Die schönen Momente, die Entscheidungen, was in unserem Leben so passiert.

– „Birth“ ist am 19. Februar bei SAOL erschienen. Klickt hier für unsere Albumbesprechung.

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