Hypercarnivore

Stoner- und Alternative-Rock mit Heavy-Fuzz-Attitüde gibt es einigen da draußen, aber nur wenige Beispiele mit einer einprägsamen Frontfrau am Ruder. Das norwegische Quartett Waste A Saint zeigt mit „Hypercarnivore“ (All Good Clean), wie man so etwas richtig macht und bläst damit mal eben locker ein unglaublich elektrisierendes Album aus den Boxen.

Gitarre, Bass, Schlagzeug gepaart mit der rotzigen, emotionalen Stimme der Sängerin Bogey Stefansdottir, das ist Powerrock aus Trondheim mit einer cremigen Heavynote, einer stampfenden Dampfmaschine im Hintergrund, psychedelischer Fuzz, wabernde Gitarren mit deutlichen 60er- und 70er-Jahren-Einflüssen, teils verzerrten Vocals und jeder Menge Aggressionen, die insbesonders live für eine packende, schweißtreibende Show sorgen dürften. In ihrer Heimat haben sich Waste A Saint seit ihrer Formierung vor sechseinhalb Jahren bereits durch mehrere Singles und eine EP einen Namen gemacht – vollkommen berechtigt, wie man nach diesem „Hypercarnivore“ feststellen muss. Denn hier fliegen die Funken. Hier muss zwingend mitgerockt werden. Pedal to the metal, das macht einfach Laune, auch wenn es das Rad definitiv nicht neu erfindet. Doch das spielt keine Rolle, denn der Spaß steht eindeutig im Vordergrund, un der ist auf beiden Seiten der Boxen vorhanden. Schon der Opener ‚Shoot Your Way Out‘ macht keine Gefangenen und gibt die Richtung des ganzen Albums vor: Groovende Rhythmen, leicht sleazige Gitarren, und über allem die  herausragende Vocalperformance von Bogey Stefansdottir.

Wer es also nicht immer innovativ haben muss, wer das Genre nicht neu erfunden haben muss, dafür einfach nur Spaß haben will und etwas zum Strapazieren der Nackenmuskulatur sucht, der findet Waste A Saint mit „Hypercarnivore“ ab dem 22. April im Regal der Händler oder natürlich auch digital. Wobei: ganz uninnovativ bleibt es dann ja doch nicht. Der vorletzte Song ‚Breaking Trough‘ sticht aus dem Rockgebilder hervor und überzeugt mit psychedelischen, wabernden Untertönen. Auch so etwas können Waste A Saint also.

Note: 1-

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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