Bliksem

Gruesome Masterpiece

  • Artist: Bliksem
  • Album: Gruesome Masterpiece
  • Label: Iron Will
  • Release: 2015-08-28
  • Medium:
  • Bewertung:2-

Wenn eine Band ihr Album „Grausiges Meisterwerk“ nennt, dann müssen die Herrschaften entweder wirklich wissen was sie tun, oder aber sie sind irgendetwas zwischen eingebildet und arrogant. Zunächst aber müssen die „Herrschaften“ um eine Frauschaft an der Front erweitert werden, denn die „grausigen“ Shouts kommen von einer Dame, die tatsächlich weiß, was sie tut. Weder hat man die übliche Assoziation zu elfenhaften Baumkuschlern, noch zu proletigen Mantafahrerinnen, in die sich 95% der weiblichen Sänger im Metal nun einmal aufteilen. Das ist ehrliches, zum teilweise sehr retrolastigen Thrash der Band passendes Shouting, intensiv, krächzend, aber immer sehr ehrlich wirkend.

Dann kommen wir auch schon zur Musik, und die ist as oldschool as oldschool can, eben mit der Besonderheit des weiblichen Gesangs. Sonst haben wir hier den schön fies scheppernden, hohlen Sound, der so typisch ist für den klassischen Thrash der 80er. Die Geschwindigkeit liegt bei Exodus, der Sound zwischen Testament und der „Under The Influence“ von Overkill. Das ist extrem klassisch, lässt jeden Trend links liegen und kann somit wohl als ziemlich „true“ bezeichnet werden. Hier werden alte Mythen beschwören, ausgediente Dämonen wiedererweckt und längst ausgediente Recken mit neuem Leben erfüllt. Originell? Nein. Macht es Spaß? Ja, insbesondere wegen Frontröhre Peggy, die alle Register zieht. Hart ist das, stellenweise sehr düster ( „Room Without A View“) und gar richtig doomig („Morphine Dreams“). Bliksem machen hier auf ihrem zweiten Album richtig viel Laune, ohne dabei auch nur in die Nähe von irgendwelchem Post/Nu/Core – Elementen zu geraten. Auch der bei den ruhigeren Passagen sehr belegten, melancholischen echten Gesangsstimme von Peggy kann man keinerlei Anbiederung vorwerfen.

Lediglich bei den Texten…nunja, auch dort passt man hin, wo man hingehört. Zwar trägt zumindest die Promotion vor sich her, dass die Texte jenseits von klischeehaftem Drachen, Tod und Teufel seien, aber die drölfzigtausendste Textzeile wie „Feel the needle in your veins“ ist nun auch nicht wirklich der neueste Schrei. Das tut dem Spaß, den dieses durch und durch angenehme Album macht aber wenig Abbruch, auch wenn es weder grausig noch ein echtes Meisterwerk ist.

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