Rogers

Augen Auf

Mit einer Coverversion vermehrt Aufmerksamkeit einheimsen, vorzugsweise zu Beginn der eigenen Karriere ist in der Düsseldorfer Gegend wohl weit verbreitet. So auch bei den Rogers. Haben Sie sich mit ‚Meine Soldaten‘ etwas Aufmerksamkeit 2.0 verschafft, kratzen sie mit ihrem mittlerweile dritten Album haarscharf an der Karrierekante.

‚Augen Auf‘ ist eine musikalische Wundertüte, die zwischen laut (‚Augen auf‘) und leise (‚Früher‘) an der Sozialkritik entlangrumpelt (‚Tagesschau‘) und sich am Ende sicher ist: alles darf, nichts muss. Zum nichts Müssen gehört auch die Freiheit neben dem Produzenten Michael Czernicki zusätzlich mit Markus ‚Eki‘ Schlichtherle (u.a. Callejon, Madsen) zusammenzuarbeiten und Sebastian Madsen als Gastsänger zu verpflichten (‚Helden Sein‘). Da jubelt der Drummer seine Metal-Liebe unter die krachenden Punkrocknummern, und die Nachbarn werden augenzwinkernd mit Kraftklub-Grüßen bedacht. Vom Gas geht es nur selten, und das tut der Platte ziemlich gut. So vertragen sich Uptempo-Beats mit melodiösen Hooklines und durchdrehenden Gitarren, denn auch diese, wie wir wissen, müssen nichts.

‚Augen Auf‘ ist das Pastorenstück in drei Alben Rogers. Und ohne hier besonders traditionsverliebt wirken zu wollen, steht es den Herren Rogers am Besten, auf die Tube zu drücken. Die ruhigeren Stücke markieren die Untergrenze der Platte. ‚Augen Auf‘ ist gemacht für die letzten Tage des Sommers, wenn die vermatschten Festivalwiesen der Vorfreude auf die kleinen schwitzigen Clubs des Herbstes weicht.

Und um ihrer Liebe nach Verwandlung genüge zu tun haben die Rogers der Erstauflage der Platte eine Bonus-Disk spendiert, auf der sich ihr Alter Ego die Roberts zusammen mit Freunden wie Monchi von Fein Sahne Fischfilet oder Wolfgang Wendland von den Kassierern bierseelig durch Gassenhauer toben dürfen. Wusste ich‘s doch, gute Karriereplanung haben die.

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