Dreamshade

A Pale Blue Dot

  • Artist: Dreamshade
  • Album: A Pale Blue Dot
  • Label:
  • Release: 2021-03-05
  • Medium:
  • Bewertung:2

Im melodischen Metalcore oder Modern Metal haben sich in den letzten 20 Jahren vor allem die USA und Großbritannien mit Bands wie Bring Me The Horizon, August Burns Red oder den Architects einen Namen gemacht. Erstmals erfolgreich angewandt haben zur Jahrtausendwende Linkin Park mit „Hybrid Theory“ die Formel aus klarem Gesang und Screams, melodiösen Keyboards und harten Gitarren. Die beschauliche Schweiz dagegen hat wohl selbst heute niemand auf dem Plan, wenn es um das modernste Subgenre der harten Musik geht.

Doch das ist ein Fehler, denn ausgerechnet aus dem italienischsprachigen Tessin stammen Dreamshade, die sich vor den großen Namen des Genres absolut nicht zu verstecken brauchen. Nicht verwunderlich allerdings, denn die fünf Herren feilen seit fünfzehn Jahren an Songideen und Karriere gleichermaßen, unter anderem mit amüsanten Hochglanz-Videos. Das neueste Werk „A Pale Blue Dot“ (Horang Music) ist Album Nummer Vier und bekam von Produzent Jacob Hansen (Amaranthe, Volbeat) den entsprechend modernen Sound verpasst.

Der oszilliert gekonnt zwischen Nu-Metal-Raps, klarem Gesang und deftigen Screams. Ein besonders gutes Beispiel ist hier die Video-Single „Stone Cold Digital“. Auch wenn die Anleihen übergroß sind, schaffen es die fünf Jungs mühelos, hier ordentlich Staub aufzuwirbeln.

Mit vierzehn Songs um die vier Minuten und trotz aller Geradlinigkeit schaffen es die Herren auch noch, abwechslungsreichtum zu bleiben. Bei „Elephant“ sorgen orientalische Streusel für einen etwas anderen Touch. „A Place We Called Home“ kommt mit seinem Sprechgesang nachdenklich und vergleichsweise ruhig daher. Die Keys und Samples ergänzen die Gitarren und den Gesang an den richtigen Stellen – weichgespült klingen Dreamshade dadurch aber nie.

Wer Amaranthe und Linkin Park zwar mag, aber irgendwie auch ein bißchen zu lasch findet, wird Dreamshade für „A Pale Blue Dot“ lieben. Ein wundervolles Modern-Metal-Album, das ein breites Publikum finden dürfte. Grazie Mille, Signori.

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DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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