Bloodbound

War Of Dragons

  • Artist: Bloodbound
  • Album: War Of Dragons
  • Label: AFM
  • Release: 2017-02-24
  • Medium:
  • Bewertung:2

Ein Blick auf das Cover genügt bereits, um Genre und Sound dieser Platte eindeutig bestimmen zu können, selbst wenn man noch nie etwas von Bloodbound gehört haben sollte – was im Bereich Melodic-Power-Metal ein großes Versäumnis wäre, gibt es die Schweden um Frontmann Patrik Johansson doch schon eine ganze Weile.

Über zehn Jahre sind seit dem Debüt „Nosferatu“ vergangen, in denen die Band immer wieder gerne typische Fantasy-Klischees bedient hat. So auch beim „War Of Dragons“: Fliegende und natürlich Feuer speiende Drachen mit kapuzenverhüllten Reitern auf ihren Rücken, schon im Intro eine tiefergepitchte Stimme, die von Drachen und dem Beginn einer neuen Ära berichtet, Drachengeschrei, später ein paar Samples direkt aus dem Zauberwald. Nein, innovativ ist das nicht. Aber das muss es auch gar nicht sein, denn im Prinzip ist es genau das, was der fantasy-affine Power-Metaller von einer Band wie Bloodbound erwartet. Gerade, weil die Texte und die Songstrukturen klischeebeladen und damit auch ziemlich vorhersehbar sind, macht das Album großen Spaß. Man fühlt sich einfach von Anfang an „zu Hause“. Wem allerdings Schwerter, Drachen und gefallene Helden wirklich zu klischeebehaftet sind, der wird mit Bloodbound vermutlich ohnehin nichts anfangen können. Wer jedoch auf Bands wie Rhapsody Of Fire, Gloryhammer oder Dragonforce steht und noch ein Intro für den nächsten „Game Of Thrones“- oder „Herr der Ringe“-Marathon sucht, ist bei diesen schwedischen Drachen goldrichtig.

Bloodbound sind im Gegensatz zu ihren früheren Werken noch melodischer unterwegs, das Tempo ist hoch, ohne vollends in den Speedmetal abzudriften. Hymnenhafte Chöre und schmissige Refrains bilden sogleich das Rückgrat der ersten Songs, die – das muss man trotz der oben erwähnten Vorliebe für Klischees anmerken – ein klein wenig austauschbar klingen. Aber spätetens mit ‚Silver Wings‘ und dem verstärkten Einsatz der Keyboards von Fredrik Bergh gibt es doch etwas Abwechslung. Viele Keyboards führen naturgemäß zu ein bisschen Schmalz, auch wenn eine richtige Ballade fehlt.

Also, nichts wie ran an die Drachen, Zaumzeug geölt und angelegt und dann hinauf in den purpurnen Himmel des Königreichs. Oder in den Plattenladen eures Vertrauens, wo Bloodbound auf euch warten.

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